Android

Android@Home: das intelligente Heim

Der Google-Test in 6 Schritten

12.07.2011, von Kolja Kröger

Jetzt will Google mit Android@Home in unsere vier Wände erobern. Das Konzept ist noch sehr wackelig, sagen Münchner Unternehmensberater.

Im Ökosystem für das Smart-Home müssen alle Ebenen zusammenspielen.Vergrößern
Im Ökosystem für das Smart-Home müssen alle Ebenen zusammenspielen.
Foto: Mücke, Sturm & Company

Viele Fragen blieben offen, als der Google-Konzern am 10. Mai bei seiner Entwicklerkonferenz I/O 2011 seine Idee für ein vernetztes Zuhause präsentierte: Android@Home. Jedes Gerät im Haus oder in der Firma soll sich über eine zentrale Schnittstelle kabellos verbinden - und über Android-Apps steuern lassen. Google stellt zudem OpenSource Kits für Software- und Hardware-Entwickler bereit, mit dem Hersteller ihre Kühlschränke, Fernseher und Heimtrainer auf die Technik einstellen können.

Anwender könnten dann über ihr Smartphone von unterwegs schauen, wer an der Haustür klingelt. Der Kühlschrank funkt den Kalorienverbrauch an den Heimtrainer, und zwei Tage vor der Rückkehr aus dem Skiurlaub drehen wir die Heizung wieder leicht auf. Der Energieversorger RWE hat bereits ein Smart-Home-Angebot für die Heimautomation ("Licht an, Licht aus") auf den Markt geworfen, auch Securitas spielt in dem Markt mit. Google aber will die Rundum-Versorgung erreichen - von Entertainment in allen Räumen bis zur Waschmaschine.

6 Säulen: Vom Smartphone bis zum Teledoktor

Leider aber dürfte das Google-Konzept, so wie es jetzt vorgestellt wurde, wenig Hoffnung auf Erfolg haben. Dieses Urteil fällen die Münchner Unternehmensberater von Mücke, Sturm & Company in ihrer aktuellen Untersuchung "Android@Home: Setzt Google den Standard im SmartHomeBereich?". Sie haben ein Muster für Smart-Home-Geschäftsmodelle entworfen, das auf sechs Säulen fußt - von den Endgeräten über die Entwickler-Community bis zur Service-Infrastruktur, und natürlich Dritt-Anbietern wie Telemedizinern und Online-Videotheken.

Entscheidend für die Kunden seien der tatsächliche Zusatznutzen und die Bedienerfreundlichkeit, zudem der Preis für die Anschaffung und den laufenden Betrieb. Wichtig ist, wie stark Smart-Home-Komponenten verbreitet sind und ob sie untereinander kompatibel sind. Firmen mögen sich noch auf eine Plattform einlassen. Was aber, wenn Privatanwender einen Samsung-Fernseher mit der Playstation 3 von Sony, ihrem iPhone und dem Android-Tablet verknüpfen wollen?

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