Daimler vor BMW und Volkswagen

Die Top-Arbeitgeber von Managern

08.06.2015 von Christiane Pütter
Führungskräfte sind bei der Arbeitgeberwahl konservativ. Sie wünschen sich einen unbefristeten Vertrag, ein gutes Gehalt und gute Sozialleistungen. Die Innovationsfähigkeit der Firma spielt keine große Rolle, so eine Umfrage der Personalberatung Baumann.
  • Mit Apple und Microsoft, Google und SAP befinden sich vier Tech-Firmen unter den Top Ten.
  • Die höchste Anziehungskraft haben Konzerne, die geringste haben Start-Ups
  • Innovationsfähigkeit und moderne Führung spielen für Manager eine untergeordnete Rolle
  • Einen Arbeitgeberwechsel machen sie vor allem vom potenziellen direkten Vorgesetzten abhängig

Das Auto sei der Deutschen liebstes Kind, heißt es oft. Autobauer sind jedenfalls die beliebtesten Arbeitgeber. Die Unternehmensberatung Baumann aus Frankfurt/M. fragte unter 300 Führungskräften nach. Die Frage war offen formuliert, Baumann zählte die Antworten dann aus. Ergebnis: Die Top Fünf beinhalten allein vier Automobilhersteller. Das Ranking lautet Daimler, BMW und Volkswagen vor Siemens und Audi.

Dabei umfasst das Ranking der Top Ten dreizehn Unternehmen, denn im Mittelfeld teilen sich mehrere Firmen ein- und denselben Platz. Das heißt: Auf Platz sechs liegt Apple, Platz sieben ist dreifach vergeben an BASF, Bosch und Porsche. Platz acht wiederum besetzen Google und Lufthansa.

Microsoft auf Rang neun und SAP auf dem letzten Platz schließen die Liste ab. Damit sind also vier Tech-Unternehmen vertreten gegenüber insgesamt fünf Automobilherstellern.

Baumann Unternehmensberatung "Arbeitgeberattraktivität für Führungskräfte 2015"
Attraktive Arbeitgeber 2015
Die Studie "Arbeitgeberattraktivität für Führungskräfte 2015" der Baumann Unternehmensberatung zeigt, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens sowie das Gehalt die wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl darstellen. Rund 300 deutsche Manager haben sich an der Umfrage beteiligt.
Ranking
Weil einige Plätze mehrfach vergeben sind, befinden sich dreizehn Firmen unter den Top Ten. Dei Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen sind die beliebtesten Arbeitgeber deutscher Führungskräfte. Mit Apple und Microsoft, Google und SAP sind aber auch vier Tech-Firmen in der Liste.
Kriterien
Manager legen Wert auf gutes Gehalt und Sozialleistungen (36 Prozent der Nennungen), wirtschaftlichen Erfolg (34 Prozent) und einen sicheren Arbeitsplatz (32 Prozent). Zum Vergleich: eine interessante Aufgabenstellung kommt auf 26 Prozent der Nennungen, die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens auf 17 Prozent und ein modernes Führungsverständnis auf 14 Prozent.
Nur nicht zum Start-Up
Die meisten Studienteilnehmer möchten für einen Konzern arbeiten. Dagegen will noch nicht einmal jeder Zwanzigste für ein Start-Up tätig werden.
Unzufriedenheit
Insgesamt jeder Fünfte ist mit seinem Gehalt nicht zufrieden.
Einfluss auf den Jobwechsel
Wer mit einer neuen Stelle liebäugelt, macht dies vor allem vom künftigen direkten Vorgesetzten abhängig. Allerdings: je älter die Arbeitnehmer werden, desto wichtiger ist ihnen die Meinung von Ehemann oder Ehefrau.
Xing bei Social Media vorn
In puncto Social Media stellt Xing mit 32 Prozent der Nennungen die häufigste Informationsquelle über neue Arbeitgeber dar. Konkurrent LinkedIn liegt mit 19 Prozent noch hinter Facebook (26 Prozent). Es folgen Youtube (18 Prozent), Google Plus (17 Prozent) und Twitter (16 Prozent).

Was Arbeitgeber für Führungskräfte attraktiv macht

Baumann wollte auch wissen, warum die Befragten diese Unternehmen als Wunscharbeitgeber nennen. Hier zeigen sich die deutschen Manager konservativ. Mehr als neun von zehn Befragten (92 Prozent) ist ein unbefristeter Vertrag wichtig. Ihre Prioritäten lauten gutes Gehalt und Sozialleistungen (36 Prozent der Nennungen), wirtschaftlicher Erfolg (34 Prozent) und ein sicherer Arbeitsplatz (32 Prozent).

Zum Vergleich: Eine interessante Aufgabenstellung kommt auf 26 Prozent der Nennungen, die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens auf 17 Prozent und ein modernes Führungsverständnis auf 14 Prozent. Familienfreundlichkeit und flache Hierarchien geben zehn beziehungsweise acht Prozent der Umfrageteilnehmer an.

Geht es um die Art des Unternehmens, zieht offenbar Größe. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) will am Liebsten in einem Konzern arbeiten. Mittelständler und Familienunternehmen liegen mit 23 beziehungsweise 21 Prozent der Nennungen fast gleichauf. Für ein Start-Up tätig zu werden, kann sich dagegen mit vier Prozent noch nicht einmal jeder Zwanzigste vorstellen.

Arbeitszeiten, Altersvorsorge und Firmenwagen

Im Arbeitsalltag wünschen sich die Befragten vor allem flexible Arbeitszeiten (79 Prozent) und eine betriebliche Altersvorsorge (65 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Gesundheitsmaßnahmen wie etwa Firmensport (44 Prozent) und die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten (38 Prozent). Diese Punkte sind wichtiger als ein Firmenwagen (37 Prozent).

Stichwort Arbeitsalltag: Wunsch und Wirklichkeit der Befragten "gehen vor allem in puncto Gehalt, Teamqualitäten und Entwicklungsmöglichkeiten auseinander - allesamt Kriterien, die in Führungspositionen zu einem Arbeitgeberwechsel motivieren könnten", erklärt Michael Faller, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Baumann.

Vorgesetzter beeinflusst Arbeitgeberwechsel

Stünde ein Wechsel des Unternehmens an, so spielte für fast jeden Zweiten (45 Prozent) sein möglicher direkter Vorgesetzte die größte Rolle. 21 Prozent nennen außerdem Vorstand beziehungsweise Geschäftsführung - und 17 Prozent persönliche Vertraute wie den Ehemann oder die Ehefrau.

Informationsquellen für Jobwechsel

Informationen über potenzielle Arbeitgeber holen sich die Befragten am Liebsten direkt, etwa auf Messen (59 Prozent) oder über die Unternehmenshomepage (58 Prozent). Außerdem fragen sie Freunde und Bekannte nach ihrer Meinung (45 Prozent), diese sind wichtiger als Informationen aus Wirtschaftspresse (32 Prozent) oder von Headhuntern (27 Prozent).

In puncto Social Media stellt Xing mit 32 Prozent der Nennungen die häufigste Informationsquelle dar. Konkurrent LinkedIn liegt mit 19 Prozent noch hinter Facebook (26 Prozent). Es folgen Youtube (18 Prozent), Google Plus (17 Prozent) und Twitter (16 Prozent).