Strategien


Chips in Organen

10 Emerging Technologietrends für 2016

22. August 2016
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Internet of Nanothings, Optogenetik und Materialien wie Perowskit für Solarzellen nehmen diese Jahr stark an Fahrt auf, Das World Economic Forum nennt zehn Trends.
Das World Economic Forum sagt für die nahe Zukunft zehn Trends vorher.
Das World Economic Forum sagt für die nahe Zukunft zehn Trends vorher.
Foto: Sergey Nivens - shutterstock.com

Technologie ist der größte Treiber von Veränderungen, sagt das World Economic Forum. Aus der Diskussion um die Zukunft von Arbeit, Produktion und Wirtschaft kristallisieren die Experten zehn TrendsTrends heraus, die sich jetzt bereits abzeichnen. Alles zu IT Trends auf CIO.de

1. Das Internet der Nanodinge

Beim Internet of Things (IoT) geht es beispielsweise um das intelligent vernetzte Wohnhaus, das seinem Bewohner die Tür öffnet. Das Internet der Nanodinge (IoNT) ist der nächste Schritt. Es geht um Sensoren, die so klein sind, dass sie im menschlichen Körper zirkulieren oder Baustoffen beigesetzt werden können. Im ersten Fall spricht das Forum von Biocomputern. Sie agieren beispielsweise als eine Art Mix aus IT und Bakterien und können Menschen heilen oder die Landwirtschaft unterstützen.

2. Die nächste Generation der Power-Batterien

Trotz wachsender Wind- uns Solarparks decken erneuerbare Energien noch nicht einmal fünf Prozent des globalen Energiebedarfs ab. Neue Batterien sollen eine Alternative darstellen. Sie basieren auf Natrium, Aluminium oder Zink. Verglichen mit Lithium-Batterien gelten sie als billiger und sicherer. Ziel der neuen Technologie ist es, erneuerbare Energien mit Grid-scale Batterien zu verbinden. Die Firma Fluid Energy hat gerade den Auftrag bekommen, rund 100 Dörfer in Madagaskar über ein Solarbetriebenes Mini-Grid mittels Zink/Sauerstoff-Batterien mit Energie zu versorgen.

3. Blockchain

Bekannt ist Blockchain als technologische Grundlage der digitalen Bitcoin-Währung. Das World Economic Forum sieht aber mehr als ein Mittel monetärer Transaktionen darin. Die offene, globale Infrastruktur gebe Einzelpersonen neue Möglichkeiten geschäftlicher Tätigkeiten an die Hand, zumal denen, die keinen Zugang zu Bankkonten haben - oder keinen wollen.

4. "Wunder-Materialien" wie Graphen

Nach Stahl und Silizium prägen neue Materialien das kommende Zeitalter. Es geht um "Wunder-Material" wie Graphen. Dieses Ein-Atom dicke Material leitet Strom besser als Silber, Wärme besser als Diamant und ist stärker als Stahl. Laut dem World Economic Forum ist Graphen mittlerweile erschwinglich genug für den Einsatz in Wasserfiltern und kann so zu einer besseren Aufbereitung von Brauchwasser beitragen. Außerdem gilt es, in Beton verarbeitet, als Luftreiniger in Städten.

5. Selbstfahrende Autos

Trotz aller Schlagzeilen um das Google-Auto steht der massenhafte Einsatz selbstfahrender Autos erst am Anfang. So sind rechtliche Hürden zu überwinden, Fragen der Versicherung und anderes zu klären. Doch die Vorteile selbstfahrender PKW und Trucks überzeugen genug, um die Massennutzung nur zu einer Frage des "wann" zu machen, nicht des "ob".

6. Chips in menschlichen Organen

Mediziner, die Organe heilen wollen, stehen vor dem Problem, dass diese nur schwer "im laufenden Betrieb" beobachtet werden können. Mikrochips sollen hier helfen. Die Idee ist, sozusagen Miniatur-Organe auf Mikrochips zu züchten. Sie entstehen aus einigen Zellen normaler Organe und erreichen etwa die Größe von USB-Sticks. Sie simulieren die realen Vorgänge in echten Organen, so dass beispielsweise Medikamente an ihnen getestet werden können.

7. Solarzellen auf Basis von Perowskit

Die Entwicklung bei Solarzellen geht weg von Silizium und hin zu Perowskit. Solarzellen aus diesem Material werden kostengünstiger und umweltschonender sein, erwartet das World Economic Forum. Zudem wiegen sie weniger. Noch gibt es allerdings ungeklärte Fragen, etwa zur Haltbarkeit von Perowskit-Zellen.

8. Künstliche Intelligenz für fast jeden

Apples Siri und Microsofts Cortana ebnen den Weg für ausgefeiltere "persönliche Assistenten". Offene AI (Artificial Intelligence)-Ecosysteme werden dazu führen, dass immer mehr Menschen solche Unterstützung nutzen. Hintergrund ist die Vernetzung von Smartphones mit dem Fitness-Armband, dem Auto und der Heizung zu Hause. Es wird möglich sein, mit dem persönlichen Assistenten zu sprechen und sich den Alltag zu erleichtern. Das soll im Arbeitsleben zu mehr Produktivität führen und im sonstigen Leben zu mehr Glück.

9. Optogenetik

Das junge Fachgebiet der Optogenetik behandelt die Kontrolle genetisch modifizierter Zellen mittels Licht. Die Technologie kombiniert Methoden der Optik und der Genetik, daraus leitet sich auch der Name ab. Ziel ist, bestimmte funktionelle Ereignisse in spezifischen Zellen oder lebenden Geweben an- oder abzuschalten. Das World Economic Forum verspricht sich von Optogenetik Hilfe bei Krankheiten wie Parkinson oder Depression.

10. Systems Metabolic Engineering

Die Abkehr von Öl, Gas und Kohle soll Systems Metabolic Engineering forcieren. Möglichst viele Produkte sollen aus lebenden Organismen gewonnen werden, zum Beispiel aus Mikroben. Die Idee ist, Rohmaterialien in großen Bioreaktoren zu "brauen", statt nach Bodenschätzen zu graben. Metabolic-Ingenieure kombinieren also Biologie, Biochemie und Ingenieurwesen.

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