CIO Auf- und Aussteiger


Dienstältester CIO

Badde nicht mehr CIO bei Westfleisch

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
IT-Chef Joachim Badde ist bei Westfleisch ausgeschieden und arbeitet jetzt als IT-Berater für den Fleischvermarkter. Der neue CIO Jens Alex kommt von Vitakraft.

Joachim Badde (63)Joachim Badde (63), CIO der Westfleisch eGWestfleisch eG mit Sitz im westfälischen Münster, führte die Liste der dienstältesten CIOs Deutschlands an. So schrieb es das "CIO Magazin" schon im Oktober 2011, als Badde dort schon 26 Jahre IT-Chef war. Top-500-Firmenprofil für Westfleisch eG Profil von Joachim Badde im CIO-Netzwerk

Joachim Badde berät seinen alten Arbeitgeber nun freiberuflich.
Joachim Badde berät seinen alten Arbeitgeber nun freiberuflich.

Nun ist Joachim Badde zum Jahresende 2014 als CIO bei Westfleisch ausgeschieden, "wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Warenwirtschaftssystem", wie er CIO.de sagte. Allerdings berät er sein altes Unternehmen freiberuflich weiter bei IT-Projekten. Die Westfleisch-IT unterstützt die Abläufe im Unternehmen von der Schlachtung über die Zerlegung bis zur Wurst.

Neuer IT-Chef Jens Alex kommt von Vitakraft

Jens Alex kommt von Virakraft.
Jens Alex kommt von Virakraft.
Foto: Westfleisch

Der neue CIO bei Westfleisch heißt Jens Alex, er kommt von außen und war zuvor Leiter IT und Organisation beim Tiernahrungshersteller Vitakraft in Bremen. Bei den Vitakraft-Werken Wührmann und Sohn verantwortete er unter anderem den internationalen Rollout des CRM-Systems. Zuvor war er als Organisationsberater in der Prozessindustrie tätig.

Badde seit 1985 IT-Chef

Joachim Badde (rechts), hier mit Olaf Röper im Jahr 2011, überschreitet die durchschnittliche Amtszeit von CIOs um viele Jahre. Jetzt hört er auf. Bereits im vergangenen Jahr war Olaf Röper in den Ruhestand gegangen.
Joachim Badde (rechts), hier mit Olaf Röper im Jahr 2011, überschreitet die durchschnittliche Amtszeit von CIOs um viele Jahre. Jetzt hört er auf. Bereits im vergangenen Jahr war Olaf Röper in den Ruhestand gegangen.
Foto: Martin Kroll

Badde war seit 1985 CIO bei Westfleisch, wobei es den Titel "CIO" damals in Deutschland natürlich noch nicht gab. Kurz nachdem er 1979 zu dem Schlachtunternehmen kam, begann man dort, Anwendungen im Bereich "mittlere Datentechnik" aufzubauen. Badde verantwortete das Projekt für die Produktion, ein Kollege für den kaufmännischen Bereich, so beschreibt es "CIO" in dem Artikel "Deutschlands dienstälteste CIOs".

Mit drei Mitarbeitern ging es los

Anfang der 1980er-Jahre kam mit dem Einsatz von Siemens-Mainframes die erste große Neuerung. 1982/83 führte Westfleisch in der Finanzbuchhaltung SAPSAP ein. "Zu der Zeit wurde klar, dass man eine IT-Abteilung aufbauen muss", sagt Badde. Mit drei Mitarbeitern ging es anfangs los, anfangs angegliedert an das Rechnungswesen. 1985 wurde Badde IT-Leiter. Einige Jahre später wurde IT strategisches Thema auf Vorstandsebene. Alles zu SAP auf CIO.de

Auf die Frage, warum er nie das Unternehmen gewechselt habe, verwies Joachim Badde damals auf die flachen Hierarchien bei Westfleisch und den großen Freiraum in seiner Arbeit.

Nun, nach seinem Ausscheiden, arbeitet Badde freiberuflich als freier IT-Berater weiter - nicht nur für seinen alten Arbeitgeber.

Das Genossenschaftsunternehmen Westfleisch zählt zu den fünf größten Fleischvermarktern in Deutschland und Europa, hat 4100 Mitglieder und erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 2,51 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2013 wurden 7,4 Millionen Schweine, 313.000 Rinder und 60.000 Kälber geschlachtet.