BKA-Präsident Jörg Ziercke

Cybercrime in fünf Jahren verdoppelt

22. August 2013
Die Kriminalität im Internet hat sich nach Angaben des Bundeskriminalamtes in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.

"Und das Gefährdungspotenzial ist unverändert hoch", sagte Präsident Jörg Ziercke in Kiel bei einer Pressekonferenz mit Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD).

Laut Kriminalstatistik stieg die Zahl der Cybercrime-Fälle in Deutschland 2012 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf fast 64.000. Dazu zählen neben Betrugsdelikten - etwa beim Online-Banking - auch Beleidigung, Erpressung, Androhung von Amokläufen oder die Verbreitung von Kinderpornografie.

Die Aufklärungsquote von 30 Prozent nannte Ziercke völlig unbefriedigend. Denn in der Statistik seien viele Fälle nicht erfasst. "Die Dunkelziffer ist sehr hoch", sagte Ziercke. Außerdem würden einzelne Attacken, die aber Tausende Internetnutzer treffen, nur als ein Fall in der Statistik gezählt.

Einen drastischen Rückgang der Kriminalität gab es im Bereich Online-Banking durch PhishingPhishing ("Identitätsdiebstahl"). Die Zahl der gemeldeten Fälle sank um 46 Prozent auf 3.440. Dies sei auf die Einführung der SMS-TAN als Sicherungsverfahren der BankenBanken zurückzuführen, erklärte Ziercke. Alles zu Phishing auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Beim Online-Banking erhält der Kunde für jede Transaktion auf sein Handy einen Code per SMS. Für einen Betrug müsse also nicht nur der Rechner, sondern auch das Handy von Kriminellen angezapft werden. Je Phishing-Fall im Zusammenhang mit Online-Banking betrug der Schaden im Durchschnitt 4.000 Euro im vergangenen Jahr.

Ziercke betonte, dass SmartphonesSmartphones als mobile Endgeräte aber zunehmend von Cyber-Kriminellen attackiert werden - vor allem Smartphones mit dem Google-Betriebssystem AndroidAndroid. (dpa/rs) Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Zur Startseite