BSI Lagebereicht IT-Sicherheit

Die neuen Gefahrentrends 2011

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Kaum noch Phishing, dafür mehr Identitätsklau mit Trojanern. Weniger Spam, aber mehr Malware: Die Schnelllebigkeit bei IT-Sicherheit zeigt der neue BSI-Bericht.
Eine schöne Entwicklung: Seit Januar 2010 ist das Spam-Aufkommen deutlich gesunken.
Eine schöne Entwicklung: Seit Januar 2010 ist das Spam-Aufkommen deutlich gesunken.
Foto: BSI

Den Kampf um IT-Sicherheit muss man sich wohl wirklich wie den legendären Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel vorstellen, den das Langohr nur mit Zähigkeit und unendlicher Kondition durchstehen kann. Ist das eine Problem einigermaßen im Griff, warten die Kriminellen aus einer neuen Ecke mit perfiden Manövern auf. Der neue Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) bestätigt das sozusagen offiziell. Bestätigt wird beispielsweise, wie bereits zu lesen, dass das Spam-Aufkommen im vergangenen Jahr tatsächlich auf ein bemerkenswert niedriges Niveau gefallen ist. Weniger Spam also, der dafür heimtückischer als bisher formuliert ist. Und mit Cloud Computing, Smart Grid und Mobility warten bereits die nächsten ungelösten Herausforderungen für die Zukunft.

„Seit dem letzten Lagebericht 2009 hat sich die Situation nochmals verschärft“, sagt Michael Hange, Präsident des BSI. „Wir können grundsätzlich differenzieren zwischen Angriffen auf die breite Masse der IT-Nutzer, für die vor allem Standardschwachstellen ausgenutzt werden, und gezielten Cyber-Attacken. Für diese werden bislang unentdeckte Schwachstellen eingesetzt, wie es zum Beispiel bei der Schadsoftware Stuxnet der Fall war.“

Einige wenige gute Nachrichten lassen sich dennoch herausfiltern. Im Vergleich zu weiten Teilen des Jahres 2010 ist das Spam-Aufkommen in der Bundesrepublik mittlerweile recht stabil um 75 Prozent gesunken. Das BSI macht dafür insbesondere die Abschaltung der Steuerrechner des Rustock-Botnetzes in den USA verantwortlich.

Obwohl mittlerweile deutlich weniger unerwünschte E-Mails als im Rekordjahr 2008 verschickt werden, warnt das BSI. Der Spam-Anteil von über 96 Prozent an allen Mails sei 2010 immer noch beträchtlich gewesen. Zugleich erfolge der Versand gezielter. „So wächst beispielsweise jener Anteil von Spam-E-Mails, die von internationalen Botnetzen in deutscher Sprache speziell an deutsche E-Mail-Empfänger versendet werden“, heißt es in der Studie. 5,77 Prozent des Spams wurden 2010 aus der Bundesrepublik selbst verschickt – Platz Vier hinter den USA, Brasilien und Indien.

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