Zahlungsdienstleister

Erster Quartalsbericht von Paypal macht Anlegern wenig Freude

29. Oktober 2015
Das erste Quartal auf eigenen Beinen ist für die ehemalige Ebay-Tochter Paypal nicht so erfolgreich verlaufen, wie Anleger sich erhofft hatten. Obwohl die Erlöse kräftig stiegen, konnten die Erwartungen nicht erfüllt werden. Die Aktie steht unter Druck.

Der Bezahldienst PayPal hat seinen Umsatz im ersten Quartal nach der Trennung vom ehemaligen Mutterkonzern Ebay weniger stark gesteigert als erwartet. Die Erlöse kletterten von Juli bis September 2015 um rund 15 Prozent (PDF-Link) verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreswert auf 2,3 Milliarden Dollar.

PayPal-CEO Dan Schulman
PayPal-CEO Dan Schulman
Foto: PayPal

Der klare Fokus auf digitale Bezahlservices habe zu starken Finanzergebnissen geführt, erklärte PayPal-Chef Dan Schulman. Die Prognosen der Analysten wurden beim Umsatz jedoch verfehlt. Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um über sechs Prozent. Paypal meldete einen Quartalsgewinn von 301 Millionen Dollar. Die Zahl der aktiven Kundenkonten stieg zum Vorquartal um zwei Prozent auf 173 Millionen.

Der Quartalsbericht war nach der Abspaltung von Ebay mit Spannung erwartet worden. Jahrelang war Paypal unter dem Dach des Online-Händlers der Umsatztreiber gewesen. Während Ebay die Konkurrenz durch Wettbewerber wie Amazon zu schaffen machte, entwickelte sich Paypal zur begehrten Ertragsperle des Konzerns.

PayPal-Zentrale in San Jose
PayPal-Zentrale in San Jose
Foto: PayPal

In den vergangenen Jahren hatten Anleger wie der für seine harte Gangart und offensive Einmischung ins Management berüchtigte Großinvestor Carl Icahn Druck für eine Abspaltung gemacht. Mit Erfolg: Vor gut einem Jahr kündigte Ebay, das Paypal 2002 für 1,5 Milliarden Dollar gekauft hatte, den Börsengang der Tochter an.

Das Kalkül ist, dass die beiden Unternehmen getrennt schneller wachsen können. Ebays vor einer Woche veröffentlichter Quartalsbericht war an der Börse gut angekommen, Umsatz und Gewinn sanken nach dem Abgang von Paypal weniger als angenommen. Beim Börsenwert zog der Bezahldienst rasch an der ehemaligen Konzernmutter vorbei - mit etwa 44 Milliarden Dollar brachte es Paypal zuletzt auf rund zehn Milliarden mehr als Ebay.

Paypal wickelt nach wie vor den Großteil der Zahlungen auf Ebay ab, öffnet sich aber als eigenständiger Konzern für neue Partnerschaften. Infrage kommen nun auch Anbieter, die den Dienst bisher mieden, weil sie sich als Konkurrent von Ebay sehen. Paypal arbeitet mit verschiedenen Apps und der Sparte Braintree intensiv an der Entwicklung innovativer Zahlungsmethoden vor allem im Mobilbereich. (dpa/rw/tc)

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