Mehr Schein als Sein

Green IT verkommt vom Hype- zum Nervthema

22. April 2008
Von Alexander Galdy
Green IT ist auf dem besten Weg, ins Abseits zu geraten. Laut der Experton Group sind die Anbieter dabei, das Thema langsam aber sicher durch merkwürdige Marketing-Aussagen bis zur völligen Bedeutungslosigkeit zu hypen. Auf einmal ist alles grün, echte Inhalte sind dagegen Mangelware. Für Anbieter bedeutet das mehr als zuvor: Augen auf bei der Produktwahl.
Selbst im Mittelstand würde ein Drittel der Unternehmen Geld ausgeben, um den CO2-Ausstoß zu senken. Bei Großunternehmen sind es zwei Drittel.
Selbst im Mittelstand würde ein Drittel der Unternehmen Geld ausgeben, um den CO2-Ausstoß zu senken. Bei Großunternehmen sind es zwei Drittel.

Seit gutem einem Jahr treiben Hardware-Hersteller aber auch Anbieter aus dem Bereich System Management das Thema Green IT voran. Wie weit dabei Anspruch und Realität auseinander liegen, zeigte die diesjährige Cebit. Die Erwartungen der Anwender waren hoch. Sie wurden aber jäh enttäuscht.

"Zwar war Green IT eines der Top-Themen der Cebit 2008, jedoch waren die Inhalte eher dünn gesät", sagt Wolfgang Schwab von der Experton Group. Die meisten Anbieter hatten zwar Green IT auf ihren Fahnen stehen, die wenigsten zeigten aber tatsächlich Neues zum Thema.

Aus Sicht der Experton Group sollten sich die Anbieter schnellstens auf ein realistisches und nachvollziehbares Produkt-Marketing besinnen. Nicht alles muss "Grün" sein. Aber Produkte, die unter diesem Label angeboten werden, sollten auch etwas mit dem Thema zu tun haben.

Denn das Hype-Thema wird zunehmend von platten Marketing-Sprüchen überlagert. Ob sich die Anbieter damit selbst einen Gefallen, ist mehr als fraglich. Eine aktuelle Studie der Experton Group zeigt, dass derzeit rund ein Drittel der deutschen Unternehmen bereit wäre, Geld auszugeben, um den CO2-Ausstoß der IT zu senken. Das ist auch dann der Fall, wenn sich die Investitionen nicht über geringere Kosten wie zum Beispiel beim Strom amortisieren lassen.