Strategien


IT-Manager wetten

Hierhin wandern die Märkte

04.02.2014
Von Bernd Kuntz

Beispiele IT Wachstum und Emerging Countries

Was kann nun die IT zum Wachstum in den Emerging Countries beitragen? Einige Beispiele:

  • Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Internet-Nutzer in Emerging Markets.

  • Die Penetrationsrate von Social Networks in Brasilien ist die zweithöchste der Welt.

  • 60 Prozent der Einwohner Afrikas, die in Städten leben, besitzen Smartphones mit der Möglichkeit des Internet-Zugangs.

  • Seit 2010 hat ein Viertel der Bevölkerung Brasiliens einen Twitter-Account eröffnet und damit Brasilien prozentual zur Nummer eins gemacht.

  • In Indien ersetzen stimmaktivierte Websites und Services die noch immer schlechte Lesefähigkeit.

  • Wireless-Broadband hat alle Erwartungen gesprengt, in vielen Ländern existieren mehr mobile Teilnehmer als im Festnetz.

Welche allgemein gültige Kernaussagen, unabhängig vom Emerging Market, können abgeleitet werden?

  • Ein Zitat des IBM-Managers Cannon-Brookes lautet: "Org-Charts kann man mit ein paar Mausklicks ändern. Business-Prozesse dauern Monate. Aber Arbeitskulturen und die Arbeitsweise zu verändern dauert Jahre."

  • Landesorganisationen sind bei Weitem nicht so unterschiedlich, wie diese selbst denken.

  • Seien Sie vorsichtig mit Komplexität, um sich nicht darin einzusperren. Prozesse können standardisiert werden, aber wenn Niederlassungen in fernen Ländern ihre lokalen Prozesse nur ein wenig verbessern wollen, können dabei leicht Änderungen an globalen Systemen erforderlich werden, die solch ein Projekt schnell teuer machen.

  • Globale Unternehmen müssen die Grätsche zwischen globaler Konsistenz und einer Antwort auf unterschiedliche lokale Anforderungen meistern.

  • Dezentralisation ist okay, aber wenn Sie nicht vorsichtig vorgehen, können Sie sehr rasch mit einem fragmentierten Ansatz enden, zum Beispiel verschiedene IT-Systeme in verschiedenen Ländern.

Sollte uns das entmutigen? Nein, denn ein Leitsatz gilt immer noch: "Wer auf andere wartet, ein Land zu entwickeln, wird leicht feststellen, dass das Spiel vorbei ist und sich andere den besten Platz gesichert haben, wenn sie selbst glauben, es wäre nun endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um zu handeln."

Fazit

  • Die Ausgaben für das Gesundheitswesen sind in einem gewachsenen Land wie Deutschland beträchtlich, liegen aber noch immer wesentlich unter dem ineffizienten Gesundheitssystem der USA.

  • Der Obesity-Index (= der prozentuale Anteil der Bevölkerung mit Fettleibigkeit/Adipositas) spricht Bände - während Indien und China hier exzellent liegen, ist die USA erwartungsgemäß Schlusslicht. Aber auch Deutschland und unerwartet Brasilien haben hier schlechte Werte.

  • Das Pulverfass Jugendarbeitslosigkeit ist in Brasilien genauso ausgeprägt wie in den USA.

  • Beim GINI-Index ist der Trend in Russland und den USA negativ [Zur Erklärung: Der GINI-Index misst den Betrag der Ungleichheit in der Verteilung des Familieneinkommens in einem Land. Je gleicher dieses verteilt ist, desto niedriger ist der Index (Beispiel: Skandinavien circa 25), je ungleicher, desto höher ist er zwischen den beiden Extremwerten 0 und 100.] Siehe auch "The World Factbook"

Erwähnenswert erscheint noch, dass die USA ein Handelsbilanzdefizit von 540 Milliarden Dollar haben bei einem Budgetdefizit von besorgniserregenden 7,6 Prozent, China jedoch einen Überschuss von 230 Milliarden Dollar bei einem Budgetdefizit von hervorragenden 1,6 Prozent. Brasilien erwirtschaftet zurzeit sogar einen Budgetüberschuss.

Zur Beurteilung der Potenziale in den einzelnen Ländern seien die Altersverteilung der Länder Indien (extrem junge Bevölkerung) und Rußland (ziemliche Überalterung) erwähnt. Das "Land der Mitte" (= China) liegt hier ebenfalls etwa in der Mitte, Österreich und Deutschland erwartungsgemäß bei den überalterten Nationen.

Ich freue mich auf Ihre Gegenwette!

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Foto: cio.de

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