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Surface Pro, iPad Pro, Pixel C und Galaxy TabPro S

Hybrid-Tablets im Vergleich

15. Juli 2016
Von Gruman Galen
Bei Surface Pro, iPad Pro, Pixel-C und Galaxy TabPro S haben sich die Hersteller zum Ziel gesetzt, Tablet und Laptop zu verschmelzen – mit gemischtem Erfolg, wie ein Vergleichstest von InfoWorld.com zeigt.

Noch vor wenigen Jahren waren TabletsTablets eine große Sache und es wurde erwartet, dass diese schon bald die PCs verdrängen werden. Dies geschah jedoch nicht, eher im Gegenteil: Seit einigen Jahren befinden sich die Verkaufszahlen der Flachmänner auf dem absteigenden Ast. Mit einer Ausnahme: Tablets mit ansteckbarer Tastatur, wie sie von Microsofts Surface Pro verkörpert wurden. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, sowohl bei den IT-Abteilungen wie auch bei den Herstellern. Alles zu Tablets auf CIO.de

Hybrid-Tablets im Test: Apple iPad Pro, Samsung Galaxy TabPro S, Microsoft Surface Pro 4 und Google Pixel-C (von links im Uhrzeigersinn).
Hybrid-Tablets im Test: Apple iPad Pro, Samsung Galaxy TabPro S, Microsoft Surface Pro 4 und Google Pixel-C (von links im Uhrzeigersinn).

Aktuelle Daten von IDC zeigen, dass mehr Unternehmen diese 2-in-1-Geräte im Einsatz haben als klassische Tablets. Tatsächlich setzen den Marktforschern zufolge fast so viele Firmen Surface Pro & Co. ein wie herkömmliche Notebooks oder solche mit Touchscreen. (Der Klarheit halber: Was die Menge der eingesetzten Hybrid-Geräte angeht, ist diese sie natürlich verschwindend gering im Vergleich zu den traditionellen Notebooks oder auch iPads.)

Wie bereits bei den Tablets war es MicrosoftMicrosoft, der diesen Formfaktor (ursprünglich) mit seinen Surface-Geräten hervorbrachte. Mittlerweile ist die Konkurrenz aber aufgewacht und versucht, dem Softwareriesen mit Geräten wie iPadiPad Pro (AppleApple), Pixel-C und Galaxy TabPro S (Samsung) Paroli zu bieten. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu iPad auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de

Aber was ist der Sinn dieser Geräte? iPads und Android-Tablets haben schon sehr lange Bluetooth-Tastaturen und Keyboard-Cover unterstützt, die sehr ähnlich wie die abnehmbare Tastaturen funktionieren, die ein 2-in-1-Gerät weitgehend definieren - unabhängig davon, dass sich sowohl Apple wie auch Microsoft für die abnehmbare Tastatur extra bezahlen lassen, obwohl/weil sie davon ausgehen, dass Sie sie mit ihren Gerät verwenden werden. Und warum nicht einfach ein MacBook Air oder einen leichten Laptop-PC verwenden, wenn eine Tastatur so essenziell ist?

Und überhaupt: Können diese Geräte sinnvoll die Welten von Tablet und Laptop überbrücken? Ist solch ein "TabTop" wirklich in der Lage, sowohl als agiles Handheld-Device wie auch als Produktivitätsmaschine zu dienen? Um Antworten auf diesen Fragen zu bekommen, haben wir Microsoft Surface Pro 4, Apple iPad Pro, GoogleGoogle Pixel-C und Samsung Galaxy S TabPro for Business miteinander verglichen. Alles zu Google auf CIO.de

Microsoft Surface Pro

Surface Pro 4: Windows-PC mit Tablet-Ambitionen.
Surface Pro 4: Windows-PC mit Tablet-Ambitionen.
Foto: Microsoft

Der größte Pluspunkt des Surface Pro 4 ist, dass es auf einem vollständigen Windows-10-Betriebssystem läuft und fast alle Windows-Anwendungen unterstützt. Es wird mit einem Stylus ausgeliefert, aber die abnehmbare Tastatur müssen Sie selbst kaufen, etwa das 120 Euro teure Type Cover oder das Type Cover mit Fingerprint ID für 135 Euro.

Das Surface Pro hat einen wunderschönen responsiven 12,3-Zoll-Touchscreen und ist - im Gegensatz zu einigen Konkurrenten - eher wie ein Laptop bemessen. Wie ein Notebook besitzt das Surface Pro neben eingebautem WLAN, Bluetooth und Audio-Ausgang auch einen USB-3-Port sowie einen Mini-DisplayPort. Es wiegt rund 800 Gramm, mit dem Type-Cover kommen weitere gut 250 Gramm dazu. Der Preis liegt zwischen 1000 und 2500 Euro, abhängig von Prozessor (m3, i5 oder i7), Menge an Flash-Speicher (128 oder 256 GB) sowie RAM (4, 8 oder 16 GB).

Das Surface Pro ist unpraktisch, sowohl als Tablet wie auch als Notebook. Bei der Nutzung als Laptop ist das Type Cover wegen seiner dünnen, flexiblen Stütze instabil, weshalb Tippen schwieriger ist als es sein sollte. Auch das Trackpad des Type Cover spricht nicht nahtlos an. Bei der Nutzung am Schreibtisch werden Sie sich daher eine echte Tastatur und eine Maus herbeiwünschen, das Type Cover eignet sich nur für den gelegentlichen Gebrauch, etwa unterwegs.

Das Surface Pro arbeitet auch schlecht als Laptop für unterwegs: Mit dem angehängten Type Cover passt das Gerät nicht auf den Schoß, seine Rückenstütze würde bis über die Knie hängen und damit den Bildschirm zum Umfallen bringen. Man benötigt zum Arbeiten daher einen Tisch, Schreibtisch oder eine andere Arbeitsoberfläche.

Eine andere Option ist, das Type Cover ganz weg zu lassen und wie bei einem traditionellen Tablet nur mit der Touch-Oberfläche zu arbeiten. Unglücklicherweise ist das Surface Pro aber zu dick und zu schwer, um es über eine längere Zeit so zu verwenden: Es ist unbequem, das Surface Pro mit einer Hand zu halten und mit der anderen Hand zu tippen. Und es ist schwer, im Blackberry-Stil mit zwei Daumen zu tippen, während man es mit beiden Händen hält. Wenn, dann sollten Sie dazu auf jeden Fall das Split-Keyboard-Feature der Bildschirmtastatur verwenden (Lang auf die Keyboard-Taste der Bildschirmtastatur drücken, um diese Option zu erhalten.) Beachten Sie jedoch, dass die Keyboard-Teile furchtbar klein sind und es durch die Platzierung am unteren Ende schwer fallen kann, die unteren Tasten mit den Daumen zu drücken.

Wird das Surface Pro als Tablet genutzt, macht der Tablet-Modus von Windows 10 (wenn aktiviert) die Bildschirmelemente größer - damit können Sie diese tatsächlich lesen und treffen. Aufgrund des Gesamtdesign des Tablet-Modus ist dies aber eine unangenehme Erfahrung. So versteckt der Tablet-Modus beispielsweise per default die an die Taskleiste gepinnten Anwendungen und das Startmenü - zwei der bequemsten und am häufigsten angesteuerten Elemente in der Benutzeroberfläche von Windows 10. Sie können allerdings die Taskleiste mit den Anwendungen in den Einstellungen wieder aktivieren. Auch das Startmenü wird wieder sichtbar, wenn Sie zunächst die Windows-Taste und dann den Start-Button drücken, der darüber auf dem Startbildschirm erscheint.

Der Tablet-Modus verbirgt auch die Fenster-Steuerung für Apps, so dass sie zu einem Fenster werden. Sie können mit Hilfe des Multitasking-Buttons zwischen offenen Fenstern navigieren, ähnlich wie es bei AndroidAndroid bekannt ist. Oder Sie schieben Ihren Finger vom linken Rand her nach innen, um sich alle geöffneten Fenster anzeigen zu lassen - vergleichbar mit Mission Control bei OS X oder der Wischgeste bei iOS 9. Alles zu Android auf CIO.de

Um gleichzeitig in mehreren Fenstern zu arbeiten, müssen Sie den Tablet-Modus verlassen. Das ist eine schlechtes Design-Wahl, Sie sollten vielmehr in der Lage sein, im Tablet-Modus Fenster nebeneinander anzuordnen, ähnlich wie dies auf einem iPad mit iOS 9 oder einem neueren Android-Tablet von Samsung möglich ist. Doch der schlimmste Teil des Tablet-Modus ist, dass die Bildschirmtastatur nicht immer erscheint, wenn man in ein Text-Feld tippt. Dies war selbst bei den Microsoft-eigenen Anwendungen wie Word oder Excel der Fall und auch schon vom Tablet-Modus in Windows 8Windows 8 bekannt. Alles zu Windows 8 auf CIO.de

Tipp: Lang die Multitasking-Taste im Tablet-Modus drücken und dann den Finger zurückziehen. Im dann aufpoppenden Menü "Touch-Keyboard-Taste anzeigen" auswählen. Wenn nun Windows die Bildschirmtastatur nicht wie vorgesehen anzeigt, können Sie einfach die Tastatur-Taste in der Task-Leiste drücken, um ein Auftauchen zu erzwingen.

Das Surface Pro kommt mit einem Stylus, ein geeignetes Gerät, das sich leicht halten lässt und in nahezu jedem Winkel anspricht. Er ist in Ordnung zum Unterzeichnen von Dokumenten, zum Zeichnen von Skizzen oder um ihn wie einen typischen Stift zu verwenden. Erwarten Sie aber nicht Druckempfindlichkeit oder andere professionelle Zeichenfähigkeiten. Freuen Sie sich vielmehr darüber, dass er magnetisch an Ihrem Surface Pro anliegt, wenn er nicht gebraucht wird und so nicht so leicht verloren geht.

Alles in allem ist das Surface Pro eine schlechte Verschmelzung von Tablet und Laptop, vor allem aufgrund der schlechten Ergonomie in beiden Modi. Es ist "okay" als Laptop und "okay" als Tablet, aber nutzen Sie es nur auf einer stabilen Unterlage und nicht etwa auf Ihren Knien. Hierzu greifen Sie besser zu einem 2-in-1-Gerät mit substanzieller abnehmbarer Tastatur oder nutzen einfach einen Laptop.

Die Bewertung für das Surface Pro

  • Als Hybrid-Gerät: Note 5

  • Als Laptop: Note 4

  • Als Tablet: Note 4

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Kommentare zum Artikel

Ich Selbst

Ganz ganz schlecht recherchiert. Im Tabletmodus von Win 10 (surface und Tab pro) kann sehr wohl mit mehreren Fenstern gearbeitet werden (einfach mal das Fenster/die App an den rechten oder linken Rand ziehen). Die Taskleiste verschwindet nicht und ist komplett individualisierbar. Der Intel M3 Prozessor ist in Benchmarks dem A9 des IPads klar überlegen und von der Ausführbarkeit von x86 Anwendungen ganz zu schweigen Warum Apple hier eine bessere Laptopbewertung bekommt verstehe ich nicht...

hirnwuehler

und nicht vergessen zu erwähnen wäre das Prädikat "Business". Es erscheint hier eher als eine fadenscheinige Begründung für den doch recht hohen Preis.
Geräte welche im Business zum Einsatz kommen sollten auch per Kensington- oder Noble- oder anderen Möglichkeiten zum Schutz gegen Diebstahl gesichert werden können.
(Die Lösungen zum aufkleben solcher Lock's sieht etwas unschön aus)

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