Fachkräftemangel zwingt zu Outsourcing

Indische CIOs entdecken Offshoring

12. Juli 2007
Von Nina Gut
Auch indische CIOs müssen inzwischen Offshoring in Erwägung ziehen, um ein hohes Service-Level aufrechtzuerhalten. Sie leiden an einem Mangel an IT-Fachkräften. Außerdem werden sie von den Service Providern im eigenen Land "zweitklassig" behandelt. Zu diesen Ergebnissen kommt der Marktforscher Gartner in einer Studie.

"In Indien gibt es einen starken Mangel an ausgebildeten IT-Fachkräften auf allen Ebenen", sagt Gartner-Analystin Linda Cohen. "Den indischen Anbietern fehlt die angemessene Ausrichtung auf einheimische Unternehmen, wodurch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage noch vergrößert wird."

Und diese Lücke klafft immer deutlicher auseinander. Vor allem das indische "national e-governance-program" (NEGP) und indische Offshore-Service-Provider, die hungrig nach Personal sind, haben den Markt ausgedünnt. Die CIOs kämpfen mit Nachwuchsmangel, während ihre verschiedenen Unternehmensabteilungen immer mehr IT-Unterstützung fordern.

Das schnelle wirtschaftliche Wachstum Indiens verschlimmert das Problem. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Geschäftsjahr 2006 (April 2006 bis März 2007) um 9,2 Prozent und war damit nur China unterlegen. Die Gartner-Studie ergab, dass die IT-Budgets in Indien weltweit am stärksten um 16,2 Prozent gewachsen sind. Im Rest der Welt legten die IT-Etats durchschnittlich um 3,2 Prozent zu.

Diese Marktlage zwingt indische CIOs, über die eigenen Grenzen hinauszublicken - so wie es ihre westlichen Kollegen schon lange tun. Gartner sagt vorher, dass indische Firmen immer stärker auslagern werden. In der Folge werden sie auch anspruchsvollere Services und Produkte outsourcen, zum Beispiel Design und Architektur sowie Wirtschaftsberatung.