SaaS


Projekt: Einkaufsplattform

Miele: SaaS-Lösung für 8000 Lieferanten

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Der Gütersloher Hersteller von Haushaltsgeräten ist mit 17.000 Mitarbeitern in 46 Ländern eigentlich Global Player. Nur die Einkaufsplattform war es bislang nicht. Jetzt hat Miele eine kleine SaaS-Lösung in die ansonsten SAP-lastige IT integriert.
Günther Reinelt, Einkaufsleiter bei Miele: "Ein Einkäufer, der den ganzen Tag Initiativbewerbungen potenzieller Lieferanten entgegennehmen muss, hat kaum Zeit zu verhandeln."
Günther Reinelt, Einkaufsleiter bei Miele: "Ein Einkäufer, der den ganzen Tag Initiativbewerbungen potenzieller Lieferanten entgegennehmen muss, hat kaum Zeit zu verhandeln."
Foto: Miele & Cie. KG

Andere knapsen an Prozesskosten, Miele-Einkaufsleiter Günther Reinelt feilt hingegen an Materialausgaben - wie überall im produzierenden Gewerbe lohnt sich das immer. Folgerichtig war es Reinelt, der beim Gütersloher Hausgerätehersteller die Einführung einer neuen Lieferantenplattform vorangetrieben hat, die eigentlich nicht ganz in die IT-Strategie passt. Bei Miele gibt es eine zweigleisige Plattformstrategie: MicrosoftMicrosoft für Büro- und Kommunikationssoftware, SAPSAP für die betriebswirtschaftlichen Systeme. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Schon vor einigen Jahren hat Miele die gesamten IT-Prozesse neu strukturiert und weltweit einheitliche SAP-Templates implementiert. Als es aber um die Neuausrichtung der Einkaufsprozesse ging, fiel die Wahl auf einen Spezialisten für Einkaufslösungen: Miele entschied sich für Software-as-a-Service (SaaSSaaS) vom Wiener Anbieter Pool4Tool als neue Lieferantenplattform. "Wir haben uns natürlich die Einkaufslösung unserer ERP-Software angeschaut, benötigten aber zusätzliche Funktionen", schaut Miele-CIO Christian Grotowsky zurück, etwa mit Blick auf die Ausschreibungssystematik und spezielle Funktionen für Kommunikation, Lieferanten- und Vertrags-Management. Alles zu SaaS auf CIO.de

"Gerade für dezentrale Organisationen wie bei Miele spielt eine leistungsfähige, konzernweite Lieferantenplattform als gemeinsame Informations- und Kommunikationsdrehscheibe eine entscheidende Rolle", bekräftigt Miele-Einkaufsleiter Reinelt. CIO Grotowsky hatte keine Probleme, sich mit der Einkaufslösung anzufreunden: "Der größere Leistungsumfang der Einkaufsspeziallösung war überzeugend, und der Integrationsaufwand war überschaubar", sagt der CIO.

Stichwort Stammdatenpflege

Grundanforderung war, eine einheitliche Stammdatenbasis für den Einkauf zu schaffen und durch automatisierten Daten- und Informationsaustausch mithilfe von Workflows die Prozesseffizienz entlang der Lieferkette zu steigern. Dreh- und Angelpunkt ist jetzt eine zentrale Plattform für die internationalen Miele-Standorte und die Lieferanten. Darin wurden 14 Einkaufsorganisationen an zwölf Standorten sowie 8000 Lieferanten erfasst.

Darüber hinaus sollten neben elektronischen Ausschreibungen einfachere Bestellprozesse, ein einheitliches Vertrags-Management sowie die engere Einbindung strategischer Lieferanten erreicht werden. Dabei wird die modulare Software von Pool4Tool schrittweise erweitert. Als nächster Schritt ist die Implementierung des Purchase-Order-Managements geplant, mit dem Bestellungen automatisiert und der Einkauf bei wiederkehrenden Tätigkeiten entlastet wird.