Healthcare IT


Individuelle Analysen

Neue IT-Trends in der Medizin

19. Dezember 2012
Von Hartmut Wiehr

3 Beispiele für PI Technologies

  1. Nicht verdaubare Sensoren, die in Tabletten enthalten sind und Informationen über Verträglichkeit und andere Auswirkungen sammeln und „nach außen“ an ein Kontrollgerät senden.

  2. Eine iPhone-App, welche die vordere Kamera dazu benützt, um den Herzschlag des Patienten zu kontrollieren.

  3. Ein außen am Körper zu tragendes Gerät, mit dem die Bewegungsmuster eines Menschen aufgezeichnet werden. Bei bestimmten Verhaltensänderungen oder in Situationen, die zu einem Sturz der Person führen könnten, reagiert das Gerät mit Alarmmeldungen oder digitalen Hilferufen.

Laut Ernst & Young können PI-Technologien dem Gesundheitswesen auch insofern einen revolutionären Schub geben, als sie zu einer Reduzierung von Fehldiagnosen und -therapien beitragen und so insgesamt die permanent wachsenden Kosten in diesem Segment senken. Das bisherige Gesundheitssystem sei zu sehr auf die Ärzteschaft konzentriert gewesen. Es komme vielmehr darauf an, den Patienten und seine Verhaltensweisen in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Gesundheitswesen setzt weniger auf allgemeine Aussagen, meint man bei der Consulting-Firma Ernst & Young. Dafür nehmen die personalisierten Informationen zu.
Das Gesundheitswesen setzt weniger auf allgemeine Aussagen, meint man bei der Consulting-Firma Ernst & Young. Dafür nehmen die personalisierten Informationen zu.
Foto: Ernst & Young

Doch sei man jahrzehntelang damit gescheitert, die individuellen Lebensstile umfassend zu analysieren und auf eine gesundere Lebensweise umzustellen. Hier müssten die neuen Technologien ansetzen – zum Vorteil der einzelnen Personen und der Solidargemeinschaft.

Patienten-Informationen in Echtzeit

Daten auf der Basis von P & I, Patient & Information sind in der Lage, Einblicke in den Gesundheitszustand der Patienten in Echtzeit zu geben. Die medizinische Hilfe kann so laut Ernst & Young auf ein aktuelles, der jeweiligen Situation angemessenes Niveau gehoben werden. Fehlmedikationen und unnötige Ausgaben lassen sich vermeiden.

Bei all den Vorteilen der neuen PI-Technologien darf jedoch nicht vergessen werden, dass sie für Healthcare-Organisationen auch eine Gefahrenquelle darstellen können. Denn nichts wäre verfehlter, als bewährte Geschäftsmodelle Hals über Kopf aufzugeben. Ernst & Young rät hier zur Vorsicht: "Disruptive“ IT-Technologien haben ihre Berechtigung, wenn es um die Ablösung überalterter und teurer Geräte und Anwendungen geht. Doch solange diese funktionieren und ihren Anforderungen gerecht werden, wäre eine überstürzte Erneuerung unter Umständen kontraproduktiv. Das gilt besonders für das Gesundheitswesen, wo es um mehr als Produkte und Märkte geht.