Sparsame Filial-Anbindung bei Wormland

Nur so viel wie nötig

06. Oktober 2003
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Die DSL-Technik gilt als preiswerter Highspeed-Anschluss für daheim oder das Kleinstbüro. Textilhändler Wormland ist damit eine preisgünstige Filialvernetzung gelungen.

Es geht ums Sparen. "Natürlich haben wir auch über andere Lösungen nachgedacht", sagt Friedrich Jonas. "Aber Standleitungen hätten pro Filiale dasselbe gekostet, was wir jetzt für alle 14 Filialen bezahlen." Jonas ist EDV-Leiter des bundesweit tätigen Herrenausstatters Wormland. Dessen Geschäfte waren bis zu Beginn des vergangenen Jahres über ISDN-Leitungen in einem virtuellen Netzwerk miteinander verbunden, um das Warenwirtschaftssystem zu aktualisieren und den E-Mail-Verkehr abzuwickeln. Größter Nachteil: Durch die automatisierte Einwahl im Abstand von einigen Stunden blieben Nachrichten zu lange unbeantwortet, Termine konnten nicht rechtzeitig abgeglichen werden. Anwendungen mit einem höheren Kapazitätsbedarf wie ein Intranet über diese Verbindungen laufen zu lassen, daran war schon gar nicht zu denken; dafür sind ISDN-Leitungen zu langsam und zu teuer.

Friedrich Jonas, IT-Leiter Wormland „Standleitungen hätten pro Filiale dasselbe gekostet, was wir jetzt für alle Filialen bezahlen.
Friedrich Jonas, IT-Leiter Wormland „Standleitungen hätten pro Filiale dasselbe gekostet, was wir jetzt für alle Filialen bezahlen.

Also musste eine Alternative her. Standleitungen bieten zwar reichlich Tempo und Sicherheit beim TransportTransport sensibler Daten, kamen aber wegen zu hoher Kosten nicht infrage. Bei der Suche nach einer geeigneten Technik geriet auch die Digital Subscriber Line (DSL) in Jonas' Visier. Diese Highspeed-Technik erlaubt ähnliche Geschwindigkeiten wie eine Standleitung, benötigt aber lediglich analoge Kupferleitungen. Und neben der Datenübertragung bietet ein DSL-Anschluss auch die Möglichkeit zu telefonieren. Top-Firmen der Branche Transport

DSL für Unternehmen noch wenig verbreitet

Dass DSL im Unternehmenseinsatz bisher kaum verbreitet ist, liegt vor allem an der starken Marktstellung der Deutschen Telekom. Der rosa Riese wollte weder das eigene ISDN- noch sein Standleitungsgeschäft kannibalisieren und überließ deshalb bis in das vergangene Jahr hinein die Firmenkunden weitgehend den kleineren Carriern. Deren Erfolge mit DSL zwangen den Ex-Monopolisten jedoch dazu, auf diesem Markt ebenfalls aktiv zu werden.

Wormlands erste DSL-Erfahrungen waren schlecht: Der Provider Riodata ging Pleite. Jetzt hat Jonas bei QSC unterschrieben, und diese Verbindung scheint unter einem besseren Stern zu stehen. Als einer der wenigen Anbieter verfügt der Kölner Carrier in allen wichtigen deutschen Städten über ein eigenes Netz. Mit der Telekom verhandelte Wormland ebenfalls über eine DSL-Lösung. "Aber deren System hätten wir einmal am Tag disconnecten müssen", so Jonas. "Außerdem arbeitete deren System mit variablen IP-Adressen, während unser Netz eine feste Adresse braucht."

Filialen in vier Wochen angeschlossen

Um ein solches Netzwerk mit DSL aufbauen zu können, müssen zwischen Telefonleitung und Rechner Router geschaltet werden. Deren Implementierung für alle 14 Filialen dauerte lediglich vier Wochen, obwohl man auf Servicetechniker vor Ort verzichtete. Stattdessen wurden die Router in einer Testfiliale vorkonfiguriert und genaue Beschreibungen erstellt, wo welcher Stecker hingehört. So konnten die Mitarbeiter in den anderen Häusern die Technik selbst installieren.

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