Outsourcing-Trends

Offshoring ja, aber bitte auf Deutsch

19. November 2010
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutsche Firmen haben ein neues Motiv für Outsourcing: Flexibilität. Gerade bei Offshoring fürchten laut Steria Mummert allerdings viele Verständigungsprobleme.

Der bayerische Kabarettist Gerhard Polt hat es vorgemacht: In seiner Nummer "Fresh Air Snapping" trommelt er als Bürgermeister von Bad Hausen für die touristischen Attraktionen seines Kuhdorfes. Dort könne man "Mushroom Searching" betreiben und natürlich "Candlelight Weißwurschting". In Bad Hausen hat man eben begriffen, dass ohne Englisch nichts mehr geht. Das wird sich zunehmend in deutschen Unternehmen durchsetzen und Outsourcing forcieren, glaubt der Hamburger Berater Steria Mummert Consulting.

Die Outsourcing-Treiber nach Steria Mummert.
Die Outsourcing-Treiber nach Steria Mummert.
Foto: Steria Mummert

Die Analysten haben in der Studie "Erfolgsmodell OutsourcingOutsourcing - Trendstudie 2010" Antworten von 204 Entscheidern ausgewertet. Fazit: Wer nach außerhalb Deutschlands auslagert, berichtet von Schwierigkeiten wegen der Sprache und von Datenschutzbedenken. Steria Mummert geht aber davon aus, dass solche Probleme abnehmen, wenn sich der Trend zum internen Gebrauch von Englisch als Unternehmenssprache in Deutschland fortsetzt. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

In der Studie stellen die Analysten fest, dass sich die Motive für das Outsourcen ändern. Zwar steht nach wie vor das Ziel, Kosten zu senken, ganz oben. Das gibt gut jeder Zweite (49 Prozent) an. Neu ist aber, dass 40 Prozent der Befragten mit Outsourcing kurzfristig auf Kapazitätsengpässe reagieren wollen, sich also mehr Flexibilität versprechen. Steria Mummert sieht das im aktuellen Aufschwung der deutschen Wirtschaft begründet.

Weitere Treiber für das Auslagern sind der Wunsch, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren (31 Prozent der Nennungen), Service wie etwa 24/7-Hotlines statt Bürozeiten (28 Prozent) und transparente Kosten (26 Prozent). Außerdem wollen Unternehmen von Professionalität und Fachwissen des Dienstleisters profitieren (25 Prozent).