Bei Auslagerung taktisch vorgehen

Outsourcing-Debatte aktiv angehen

14. April 2004
Von Patrick Goltzsch
Banken und Finanzdienstleister sollten in der Debatte um Outsourcing Flagge zeigen und die positiven Aspekte des Auslagerns hervorheben anstatt die politisierte Diskussion zu vermeiden. So lautet die Empfehlung der Tower Group in einer aktuellen Studie.

Finanzinstitutionen neigten dazu, sich angesichts der heftigen öffentlichen Debatte zum OutsourcingOutsourcing aus der Diskussion zurückzuziehen, konstatiert die amerikanische auf den Finanzsektor spezialisierte Marktforschungs- und Beratungsfirma Tower Group. Doch anstatt weniger Worte über das Thema zu verlieren, sollten BankenBanken mit den sich eröffnenden Perspektiven und Vorzügen der Auslagerung von sich aus Stellung beziehen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Der Studie zufolge ermöglicht die Verlagerung eines Teils der IT-Aufgaben ins Ausland mehr als nur eine Kürzung des IT-Budgets. Die frei werdenden Ressourcen können strategisch eingesetzt werden, um die zentralen Geschäftsziele besser zu erreichen. Zwar gehen durch die Verlagerung ins Ausland möglicherweise Arbeitsplätze verloren, doch die Vorteile für die Unternehmen überwiegen. "Die Kosten für die Betreuung der IT werden nach unten gehen und mehr Geld ist für Innovationen verfügbar", meint die Tower-Group-Analystin Virginia Garcia.

Trotzdem empfiehlt die Studie bei der Verlagerung taktisch vorzugehen. Durch die leidenschaftliche Debatte um Outsourcing riskieren Unternehmen möglicherweise Image-Schäden, wenn sie kundennahe Dienstleistungen, wie etwa Call Center, ins Ausland verlagern. Es sei daher für Neulinge auf dem Gebiet des Outsourcing besser, vorerst Back-Office-Funktionen ins Ausland zu verlagern.

Bei der Wahl von Standort und Dienstleister sollte das überwiegende Interesse der Sicherheit und Verlässlichkeit der angebotenen Dienste gelten. Hier klaffe hin und wieder tatsächlich eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zugleich werde damit eines der Hauptargumente gegen das OffshoreOffshore Outsourcing entkräftet. Alles zu Offshore auf CIO.de

Für die 15 größten global agierenden Finanzinstitute schätzt die Tower Group das Volumen des Offshore-Outsourcing-Kontrakten auf 1,6 Milliarden Dollar in 2004. Bis zum Jahr 2008 soll das Volumen bei einer jährlichen Wachstumsrate von 34 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar anwachsen.

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