Kritik an TPC-Benchmark

Problem Energieverbrauch von Datenbanken

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wissenschaftler die Uni Kaiserslautern bezweifeln, dass der Standard-Benchmark die Energie-Effizienz von Datenbanken sinnvoll misst. Sie schlagen Änderungen vor.

Der Blick auf Rechenzentren und damit auch auf Datenbank-Systeme hat sich in den vergangenen Jahren verändert, so die Universität Kaiserslautern. Stand vormals allein die Leistung im Mittelpunkt, geht es zunehmend auch um Fragen der Energie-Effizienz. Knackpunkt ist die Frage, wie sich diese messen lässt.

Laut Uni Kaiserslautern hat sich dafür der Benchmark des Transaction Processing Performance Council (TPC) etabliert. In diesem Council, 1988 als Non-Profit-Organisation gegründet, erarbeiten verschiedene IT-Unternehmen standardisierter Verfahren, um die Leistungsfähigkeit von Transaktionssystemen und Datenbankmanagement-Systemen vergleichbar zu machen.

Die Wissenschaftler halten diesen Maßstab nicht für realistisch. Ihre Kritik: Die verschiedenen Benchmarks (TPC-C, TPC-E und TPC-H) erheben Energie-Werte beim Betrieb unter Volllast. Faktisch aber arbeiten Server selten unter maximaler Auslastung.

Ein Auto fährt ja auch nicht immer Vollgas

Die Forscher verdeutlichen das anhand eines alltagtauglichen Bildes: Wenn die Energie-Effizienz eines Autos beziffert werden soll, gehen die Tester ja auch nicht davon aus, dass der Fahrer die Maschine stets voll ausfährt. Denn das entspricht nicht der täglichen Praxis.