Blade-PCs

Rückkehr der Mini-Rechner

04. Oktober 2004
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Mit Blade-PCs schrumpfen Desktops auf Minigröße. Anbieter wie Clearcube oder HP versprechen radikal niedrigere Wartungskosten bei höherer Sicherheit und einfacherem Management. Thin-Client-Anbieter sehen das naturgemäß anders.

Manche Ideen sind so nahe liegend, dass man sich wundert, warum sie sich nicht schon längst durchgesetzt haben. Die Idee von Blade-PCs beispielsweise hab etwas Bestechendes: Statt jedem Mitarbeiter einen lauten, großen Rechner auf den Tisch zu stellen, verschwindet er vom Schreibtisch. Die Desktop-PCs sind zentral in Racks in kompakten Blades (englisch: Klinge, Blatt) ausgelagert.

Auf dem Tisch bleibt vom Rechner nur eine taschenbuchgroße Box übrig. Sie beinhaltet die Anschlüsse für Bildschirm, Tastatur und Maus. Mit dem eigentlichen PC ist der Anwender über ein Kabel verbunden. Der Endbenutzer arbeitet also immer noch an seinem persönlichen Rechner, nur steht er jetzt 50 Meter weiter entfernt. Der Vorteil für den User: Der Arbeitsplatz wird entschlackt, der Lärm entfällt. Das Unternehmen profitiert von vereinfachter Administration und geringeren Kosten - Forrester-Analysten bescheinigen den Blade-PCs "dramatische Auswirkungen für das Desktop-Management".

Blade-Pionier ist das texanische Unternehmen Clearcube, das die Mini-Rechner als bislang einziger Anbieter seit Anfang 2004 auch in Deutschland vertreibt. Zu den Kunden gehören die US Air Force, die Investmentbank Morgan Stanley und die American Automobile Association. HPHP bietet ebenfalls Blade-PCs an, allerdings nur für ausgewählte Kunden in den USA. In Deutschland ist laut HP mit einer Markteinführung frühestens Anfang nächsten Jahres zu rechnen. Alles zu HP auf CIO.de

HP vermarktet die Blades in USA als "Consolidated Client Infrastructure" (CCI) mit Transmetas Stromspar-CPU Efficeon. In den Clearcube-Blades kommen hingegen leistungsstärkere Standard-PC-Komponenten zum Einsatz wie Pentium-4-Prozessoren. Als User-Port wird standardmäßig der C/Port für CAT5-Netzwerkkabel eingesetzt, was eine direkte Verbindung mit dem Blade über eine Distanz bis zu 200 Metern ermöglicht. In puncto Auflösung und Geschwindigkeit stellt der Nutzer keinen Unterschied zu einem normalen PC fest.

Tools verwalten Blades automatisch

Jeweils acht dieser Blade-PCs lassen sich bei Clearcube in ein Chassis stecken, das in mehrfacher Ausfertigung im RechenzentrumRechenzentrum platziert wird. Mit Management-Tools verwalten Administratoren jeden einzelnen Blade aus der Ferne. Die Tools überwachen automatisch die Blades, führen Backups durch, übertragen Hardware-Images und schalten zwischen einzelnen Rechnern bei Ausfall eines Blades um. Fällt ein Rechner aus, schaltet ein Tool auf einen anderen um - die benutzerspezifischen Daten werden schon vorher auf freiem Festplattenplatz anderer Einschübe gespeichert. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

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