DSAG-Kritik

SAP-Preiserhöhung trifft treue Kunden am härtesten

05. November 2009
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Dauerbrenner unter den SAP-Anwendern bleibt die Vergütung für das SAP-Support-Modell. Hintergrund ist der Ende Oktober von SAP an ihre Kunden verschickte Bescheid mit den Preiserhöhungen der Wartungssätze speziell beim Standard Support (Pflegevergütung) für 2010.
Werner Schwarz, CIO von Gerolsteiner, vertritt die Interessen seiner Kollegen im CIO-Beirat der DSAG.
Werner Schwarz, CIO von Gerolsteiner, vertritt die Interessen seiner Kollegen im CIO-Beirat der DSAG.

Für viele SAP-Anwenderunternehmen in Deutschland und Österreich herrscht nun Gewissheit: Der von SAPSAP gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) eingesetzte Mechanismus zur Preiserhöhungs beim Standard Support trifft langjährige und treue Kunden hart. Die Rückrechnung der Preissteigerung erfolgte gemäß dem Index des Statistischen Bundesamts bis zum Zeitpunkt des jeweiligen Vertragsabschlusses, höchstens jedoch bis zum Jahr 2000. Alles zu SAP auf CIO.de

Durch diese individuellen Preiserhöhungen werden sie deutlich schlechter gestellt als Kunden, die ihre Verträge zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt haben. "Über die angekündigte Preiserhöhung sollen Kunden bewegt werden, sich für SAP Enterprise Support zu entscheiden, auch wenn sie für die darin enthaltenen Leistungen über den Standard Support hinaus keinen Bedarf haben", beschreibt Werner Schwarz, Experte für die Support-Thematik im CIO-Beirat der DSAG und CIO bei der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, die aktuelle Situation.

Wer seinen Vertrag im Jahr 2005 abgeschlossen hat, muss im nächsten Jahr für den Standard Support fast ebenso viel zahlen wie die Kollegen für den Enterprise Support in der ersten Stufe - also 18,36 Prozent. Noch schlimmer kommt es allerdings für Kunden, die vor 2005 unterzeichnet haben. Hier steigt der Prozentsatz kontinuierlich und reicht bis zu einer Höhe von knapp 20,7 Prozent für Vertragsabschlüsse aus dem Jahr 2000, der letzten Periode, die bei der Rückrechnung betrachtet wird.

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) wird sich weiterhin gemeinsam mit dem jüngst gegründeten CIO-Beirat für eine deutliche Unterscheidung der SAP-Support-Modelle in Preis und Leistungsumfang einsetzen. Denn die Kritik der Mitgliedsunternehmen will einfach nicht abreißen. Bei SAPs neuem Modell, dem Enterprise Support, entfällt in Deutschland und Österreich die Preissteigerung aufgrund der Entwicklung des vom Statistischen Bundesamt ausgegebenen Index. Unklarheit herrscht jedoch nach wie vor über die Preiserhöhung des SAP Enterprise Support in der Schweiz.