Noch nicht überm Berg

Schweizer CIOs stemmen sich gegen SAP

20. Mai 2009
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
In der Schweiz wehren sich CIOs weiter gegen SAPs Preiserhöhung. Sie wollen keinen Enterprise-Support aufgezwungen bekommen, sondern kämpfen für Wahlfreiheit.
Peter Hartmann, Sprecher und Koordinator, IG Wartung Schweiz: "Ich halte es für unmöglich, dass SAP-eigene Leute firmenspezifische Prozesse supporten und diese bei Problemen sofort abrufbar sind."
Peter Hartmann, Sprecher und Koordinator, IG Wartung Schweiz: "Ich halte es für unmöglich, dass SAP-eigene Leute firmenspezifische Prozesse supporten und diese bei Problemen sofort abrufbar sind."

Das hat Seltenheitswert: Ein Schweizer zahlt seine Rechnungen nicht. "Die Schweizer sind pflichtbewusst", erklärt der Unternehmensberater Peter Hartmann. "Es kommt nicht vor, dass wir Rechnungen nicht bezahlen." Nun kommt es eben doch vor. Hartmann ist Sprecher und Koordinator einer Gruppe Schweizer Unternehmen, die sich zur "Interessengemeinschaft SAPSAP Wartung Schweiz" (IG Wartung) zusammengeschlossen haben. Die IG Wartung will die Rücknahme der im vergangenen Jahr geänderten SAP-Serviceverträge. Alles zu SAP auf CIO.de

Ein Teil der Gruppe beugt sich daher den Forderungen von SAP nicht. Anstelle der gestiegenen Wartungsgebühr in Höhe von 18,19 Prozent von den Lizenzkosten zahlen sie aus Protest gegen das Vorgehen von SAP auch über den 1. Januar 2009 hinaus weiterhin 17 Prozent an SAP. Bis jetzt gibt sich SAP gelassen, fordert die fehlende Summe nicht ein. Dass dennoch einigen Unternehmen Mahnungen auf den Tisch flattern, bittet der Konzern als einen Irrtum zu betrachten. Man wartet zunächst das Ende der Unstimmigkeiten ab.

Begonnen haben diese im Juli 2008. SAP schreibt seinen Kunden, dass der Standard-Support nicht weiter angeboten wird. Ab 2009 können sie ausschließlich den sogenannten Enterprise-Support zu einem erhöhten Preis beziehen. Die wütende Reaktion der Kunden lässt nicht lange auf sich warten. Von "Machtmissbrauch", "Erpressung" und "Arroganz der SAP" ist die Rede.

In Deutschland und Österreich verschiebt SAP daraufhin die Vertragsänderung um ein Jahr und bietet den Unternehmen eine Weiterführung des Standard-Support-Vertrages an. Auch, weil in beiden Ländern
juristische Bedenken bestehen, ob SAPs einseitige Vertragskündigung so einfach machbar ist.

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