Drei-Punkte-Plan

So funktioniert Networking für Schüchterne

11. April 2011
Von Meridith Levinson und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Introvertierte sind oft besser im Netzwerken als viele vermuten. Was ihnen häufig als Schwäche ausgelegt wird, wird zur Stärke, wenn neue und nachhaltige Kontakte geknüpft werden sollen.
Vielen fällt es schwer, auf einer Veranstaltung auf andere zuzugehen.
Vielen fällt es schwer, auf einer Veranstaltung auf andere zuzugehen.
Foto: MEV Verlag

Wer schüchtern ist, hält sich häufig für einen miesen Netzwerker. Autorin Devora Zack hingegen sagt, dass Schüchterne oft besser im Netzwerken sind als extrovertierte Menschen. Zack hat das Buch Networking For People Who Hate Networking: A Field Guide For Introverts, The Overwhelmed, and The Underconnected geschrieben.

Dass man Networking liebt und auf Events leidenschaftlich Smalltalk betreibt, macht einen nicht automatisch zu einem guten Netzwerker. "Wenn man neuen Kontakten nicht am nächsten Tag weiter nachgeht, sind das keine bedeutsamen, nachhaltigen Kontakte", weiß Zack. Wahres Networking gehe um das Schaffen von wertvollen Kontakten, einen nach dem anderen. Von diesem Ansatz profitieren Introvertierte. Denn sie sträuben sich meist gegen den Gedanken, auf Konferenzen oder anderen Veranstaltungen von Gruppe zu Gruppe zu springen, um möglichst viele Kontakte zu knüpfen. Für Zack kommt es beim persönlichen Netzwerk auf die Qualität der Kontakte an, nicht auf die Anzahl der gesammelten Visitenkarten.

Schüchterne Menschen können beim Netzwerken ihre Stärken ausspielen. Denn um neue Kontakte zu knüpfen, ist das Zuhören genauso wichtig wie das Sprechen. Und zuhören können Introvertierte in der Regel besser als Extrovertierte. Häufig führen Introvertierte außerdem tiefgehendere Gespräche. Sie stellen mehr Fragen und erfahren so auch mehr über ihren Gesprächspartner.

Neuen Kontakten nachzugehen ist ein wesentlicher Bestandteil des Networkings. "Wer Kontakten nicht nachgeht, betreibt kein Networking", sagt Zack. Auch hier haben die Schüchternen Vorteile. Denn wer von einem Event nur drei neue Visitenkarten mitbringt, kann diesen leicht nachgehen. Wer einen ganzen Stapel neuer Karten ablegt, wird es bereits schwer haben, diese Kontakte angemessen weiterzuverfolgen.