CeBIT 2016

Technik, die unter die Haut geht

16. März 2016
Die CeBIT versteht sich als zentrale Plattform für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Jahr neu dabei: eine ganze Halle, in der die Bandbreite der zivilen Anwendung von Drohnen gezeigt wird. Auch 3D-Drucker sollen die Messe prägen.

Pepper wollte nicht: Bei einer Vorabbesichtigung der diesjährigen CeBIT in Hannover wurden dem kleinen Roboter die auf ihn gerichteten Mikrofone und Kameras der Reporter einfach zuviel. "Er ist schüchtern", entschuldigte Nicolas Boudot von der Firma Aldebaran den Aussetzer seines emotional auf Umweltreize reagierenden Empfangsroboters. 20.000 von ihnen wurden weltweit bisher verkauft - nun sollen sie als Gäste-Betreuer auf den Kreuzfahrtschiffen Einzug halten, erklärte Boudot.

Der Roboter ist nur einer der Hingucker bei der Technologie-Schau. Die CeBIT bleibt dem Mega-Trend DigitalisierungDigitalisierung auch in diesem Jahr treu. Ob selbstfahrende Autos oder Kleider aus dem 3D-Drucker, wie sie die Deutsche TelekomDeutsche Telekom bei einer Wearables-Modenschau zeigte: Sie ermöglicht zahlreiche neue Chancen, Risiken und Geschäftsmodelle für IndustrieIndustrie und Gesellschaft. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Top-Firmen der Branche Industrie

"Der Mensch wird Bestandteil des Internets"

Technologie kann auch im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Unter dem Motto "Wir gehen tiefer" stellt etwa die junge Firma Digiwell Chips vor, die als Implantate etwa Zugangskarten für Türen ersetzen können. "An dem einen Stand werden Roboter zum Menschen gemacht, und hier Menschen zum Roboter", kommentierte eine Medienvertreterin am Sonntag den Trend.

Solche Skepsis versteht Firmenvertreter Patrick Kramer, meint aber: "Der Mensch wird irgendwann Bestandteil des Internets werden - wir sind schon auf dem Weg dahin." Für Aufsehen sorgte im Januar ein schwedischer Software-Manager, der für einen Flug von Stockholm nach Paris statt eines Boarding-Passes einen Funk-Chip in seiner Handfläche ans Lesegerät hielt.

Kramer, der als "Cyborg" selbst einen Chip unter der Haut trägt, macht die zwiespältigen Gefühle am Alter fest: "Für 15-Jährige ist das Ganze wie die neuste Playstation". Bei den 20- bis 40-Jährigen dagegen hielten sich Neugier mit Skepsis die Waage. Die wurde auch beim Vodafone-Stand laut, wo die Video-Polizei mit vernetzter BodyCam vorgestellt wurde. Die an der Brust angebrachte Kamera zeigt auf einem kleinen Bildschirm, wen oder was sie aufnimmt und überträgt beweissichere Daten an die zuständigen Behördenstellen.