Neue Untersuchung: Druckerstaub kann Krebs verursachen

"Tonerpartikel sind so toxisch wie die schlimmste Asbest-Art"

28. Oktober 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Tonerpulver aus Druckern und Kopierern kann Lungenkrebs verursachen. Das meldet die Universität Rostock. Die Wissenschaftler fordern Grenzwerte für Büros und geben Ratschläge für ein gesünderes Büro.

"Wir haben die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im Elektronenmikroskop untersucht und eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen", berichtet Ludwig Jonas, Pathologie-Professor an der Universität Rostock. Sein Fazit: Tonerstaub ist eine mögliche Ursache für Lungenkrebs.

Jonas betreut eine Dissertation zu diesem Thema, die in Kürze fertiggestellt und dann auch veröffentlicht wird. Darin hat die Doktorandin die Auswirkungen verschiedener Stoffe auf Lungenzellen miteinander verglichen. Zu dem Ergebnis sagt Jonas: "Tonerpartikel sind so toxisch wie die schlimmste Asbest-Art."

Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass vor rund zehn Jahren erstmals Grenzwerte für den Verkehr festgelegt und Mess-Stationen an stark befahrenen Straßen aufgestellt wurden. Ludwig Jonas fordert nun, solche Grenzwerte auch für Büros festzulegen und die Feinstaubbelastung im Sinne des Arbeitsschutzes "deutlich" zu reduzieren.

Seine Tipps für ein gesundheitsverträglicheres Büro:

  • Drucker und Kopierer in eigene Räume stellen,

  • Tintenstrahler statt Laserdrucker nutzen und

  • beim Kauf neuer Kopierer und Drucker deren Schadstoffausstoß vergleichen - manche Geräte übersteigen den zulässigen Straßenverkehrs-Grenzwert um das Fünffache.

  • Außerdem sollten Mitarbeiter beim Wechseln der Kartuschen einen Mundschutz tragen. Selbstverständlich müssen die Kartuschen umweltgerecht entsorgt werden.