Zahlungsmoral

Unternehmen zahlen ihre Rechnungen gern mit Verspätung

23. November 2014
Viele Unternehmen in Deutschland zahlen Rechnungen ihrer Lieferanten verspätet, um die eigene Kasse zu schonen. Das hat eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel und des Finanzdienstleisters EOS ergeben, die am Donnerstag in Hamburg vorgelegt wurde.

Danach zahlten 17,5 Prozent der Unternehmen ihre Rechnungen im August dieses Jahres verspätet oder gar nicht. Das sei eine Steigerung von 5,7 Prozent und der schlechteste Wert seit September des Vorjahres. Wenn die Unternehmen dann schließlich mit Verspätung doch bezahlen, geht es etwas schneller. Statistisch zahlten sie im August 22 Tage zu spät, gegenüber 24 Tagen im Vorjahr. Rechnet man das durchschnittlich gewährte Zahlungsziel von 26 Tagen hinzu, müssen die Lieferanten bei Spät- und Nichtzahlern also 48 Tage auf ihr Geld warten. Das kann bei kleinen Unternehmen zu Liquiditätsengpässen bis hin zur Insolvenz führen.

"Ein Großteil der Unternehmen hat keine Zahlungsprobleme", sagte Bürgel-Chef Norbert Sellin. "Sie können zahlen, tun dies aber bewusst verspätet mit dem Ziel, das Geld so lange wie möglich zu halten." Es sinke die Zahlungswilligkeit der Unternehmen, nicht die Zahlungsfähigkeit. (dpa/rs)

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