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Rollenwechsel der Life-Science-Unternehmen

Vom Pharmahersteller zum Gesundheitsdienstleister

Managing Director, Technology Strategy, Accenture Strategy
Die Zukunft der Pharmabranche heißt Patientenzentrierung. Die technologischen Möglichkeiten sind da. Für traditionelle Firmen bieten sich durch die Zusammenarbeit mit Technologieanbietern neue Entwicklungs- und Wachstumschancen.
"Life-Sciences-Unternehmen müssen dringend an der Neudefinition ihrer Rolle im Gesundheitsökosystem arbeiten."
"Life-Sciences-Unternehmen müssen dringend an der Neudefinition ihrer Rolle im Gesundheitsökosystem arbeiten."
Foto: anyaivanova - shutterstock.com

Mit Wearables und Nearables hält zunehmend Sensorik Einzug in den Gesundheitsalltag - viele Menschen vermessen, analysieren und optimieren ihre Gesundheits- und Vitalwerte mittlerweile rund um die Uhr. Die gewonnenen Daten lassen sich günstig und einfach wie nie erfassen, aggregieren, übertragen und analysieren. Hinzu kommen neue Möglichkeiten durch Big Data und Analytics.

All diese Faktoren sorgen dafür, dass am Gesundheitsmarkt innovative Geschäftsmodelle förmlich wie Pilze aus dem Boden schießen. Zwar haben sich auch traditionelle Pharmaunternehmen digital massiv weiterentwickelt - fast alle Anbieter haben zumindest an der Digitalisierung ihrer internen Strukturen gearbeitet und eigene neue App-Lösungen entwickelt. Doch gerade letztere konnten bei einem geringen Nutzungsgrad noch nicht so richtig Fahrt aufnehmen.

Patienten brauchen mehr als nur Medikamente

Zunehmend wird klar, dass Life-Sciences-Unternehmen dringend an der Neudefinition ihrer Rolle im Gesundheitsökosystem arbeiten müssen. Sie müssen sich von reinen Pharmaherstellern zu echten Gesundheitsdienstleistern entwickeln - zu Alltagsbegleitern, mit deren Hilfe Menschen ihr Wohlbefinden langfristig wahren beziehungsweise verbessern oder ihre Gesundheit wiedererlangen können. Dafür bedarf es weit mehr als einzelner Medikamente - denn Behandlungserfolge für Patienten werden erst durch eine ganze Reihe kombinierter und miteinander verzahnter Services möglich.

An der Entwicklung neuer technologiebasierter Lösungen haben bereits zahlreiche Akteure aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie und Medizin mitgewirkt. Dabei liegt der Schlüssel nicht zwingend in der Eigenentwicklung von Dienstleistungen. Auch gezielte Investitionen in Kooperationen mit Technologieanbietern sind zielführend.

So hatte Biogen - eines der ältesten unabhängigen Biotechnologie-Unternehmen der Welt - schon Ende 2014 angekündigt, den Fitnesstracker Fitbit zur Messung von Aktivität und Schlaf von Multiple-Sklerose-Patienten zu testen. Zuvor setzte bereits der Pharmakonzern Novartis auf die strategische Zusammenarbeit mit Google bei der Entwicklung der "Smart Lens", die künftig den Blutzucker messen und zugleich etwa altersbedingte Sehstörungen korrigieren soll. Im vergangenen Jahr kündigte schließlich der Pharmariese Roche an, rund 1,08 Milliarden Euro in "Foundation Medicine" zu investieren, um an genetisch optimierten und jeweils auf den Patienten zugeschnittenen Methoden zur Krebstherapie zu arbeiten.

Zukunftssicher durch Kooperationen mit Technologiepartnern

Neben solchen Partnerschaften bieten sich für Life Sciences-Unternehmen insbesondere auch Fusionen und Übernahmen mit richtungsweisenden Technologieanbietern an. Schon seit jeher sind insbesondere Pharmakonzerne am M&A-Markt aktiv geworden, um ihre Position gezielt in ausgewählten strategischen Feldern zu stärken. Auch im sich wandelnden, zunehmend patientenorientierten Marktumfeld kann dieses Vorgehen höchst wirkungsvoll sein - und dazu beitragen, dass sich traditionelle Hersteller, die oft eher als Kostentreiber wahrgenommen werden, zu effektiven Gesundheitsförderern wandeln.

Die traditionellen Stärken und das Know-how der Life Sciences-Industrie, gekoppelt mit hochinnovativen Technologie-Skills neuer Anbieter - ob großer IT-Riesen wie Google oder kleinerer Start-ups - werden den Gesundheitssektor von Grund auf verändern. Gerade die traditionellen Akteure sollten dringend handeln und Ökosysteme aufbauen, um sich miteinander zu vernetzen, aber auch permanent neue technische Lösungen zu identifizieren und ihre Portfolios dadurch zu ergänzen.

Durch die Einbindung digitaler Gesundheitstechnologien erweitern Life-Sciences-Unternehmen nicht nur das Ertragsmodell ihrer bestehenden Produkte. Damit wird es ihnen auch gelingen, ihre Marktposition dauerhaft zu verbessern und sich gegenüber neuen Wettbewerbern zu behaupten.

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