Strategien


Social-Media-Markt

Warum Google jetzt Twitter kaufen sollte

05. August 2015
Matt Kapko schreibt über Social Media für CIO.com.
Jetzt oder nie: Twitter steckt in der Sackgasse, Google muss sich mit Google+ der harten Realität stellen. Die Anwälte beider Firmen sollten sich zusammensetzen und über eine Vereinigung sprechen. Es könnte die letzte Gelegenheit dafür sein.
Vor etwa zwei Jahren protestierten YouTube-Nutzer gegen die Pflicht, sich zum Kommentieren bei Google+ anzumelden. Jetzt befreit Google seine Dienste wieder von dem Sozialen Netzwerk Google+.
Vor etwa zwei Jahren protestierten YouTube-Nutzer gegen die Pflicht, sich zum Kommentieren bei Google+ anzumelden. Jetzt befreit Google seine Dienste wieder von dem Sozialen Netzwerk Google+.
Foto: Google

Die verschiedenen Wege von Facebook, GoogleGoogle und TwitterTwitter haben sich noch nie so offen gezeigt wie in den vergangenen Tagen: Die Hälfte der weltweiten Onliner nutzt Facebook zumindest einmal im Monat, das Wachstum von Twitter steckt in einer Sackgasse fest und Google wirft bei Google+ das Handtuch. Alles zu Google auf CIO.de Alles zu Twitter auf CIO.de

Begonnen hat die vergangene Woche damit, dass Google seinen Social-Media-Dienst Google+, den es zuvor mit so ziemlich jedem anderen seiner Produkte zu verbunden versuchte, abtrennte. Am folgenden Tag spielte Twitter CEO Jack Dorsey ebenfalls das Lied vom Tod und gestand in einer Pressekonferenz zu den jüngsten Zahlen ungefragt etliche Fehler ein. Man habe es versäumt, den Massenmarkt zu erobern, nicht zuletzt, weil die Bedienung viel zu kompliziert sei. Obwohl die Marke weltweit stark präsent in den Köpfen der Anwender sei, wüssten diese dennoch oft nicht, warum sie die Microblogging-Plattform nutzen sollten.

Der CFO von Twitter Anthony Noto machte alles nur noch schlimmer, als er den Investoren schrumpfende Werbeerlöse in Aussicht stellte, vorausgesetzt man gewinne nicht sehr schnell sehr viele neue Nutzer hinzu. Twitters Werbeumsätze erreichten zuletzt 452 Millionen Dollar im Jahr, das war um 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Zeitraum gewann man aber lediglich zwei Millionen Nutzer hinzu, so dass es nun bis zu 304 Millionen im Monat sind.

Whitepaper: Der Nutzen des Chief Data Officers

Der Chief Data Officer (CDO) wird immer öfter zu einer zentralen Führungkraft in Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Grund ist die zunehmende Relevanz von Daten. Denn Daten sind überall und allgegenwärtig; sie untermauern jede Transaktion, jeden Betrieb und jegliche Interaktion innerhalb und außerhalb von Organisationen. Daten sind aber auf eine Infrastruktur angewiesen, sie müssen gespeichert, archiviert, analysiert und gesichert werden. Dafür braucht es den CDO. In dieser IBM-Studie wird die Rolle des CDO durchleuchtet und gezeigt, welche Vorteile Unternehmen konkret von ihm haben.

Diese Tatsachen und Twitters Weigerung, tägliche Nutzerzahlen auszuweisen, belegen, wie schwer es den Verantwortlichen fällt, die Onliner der Welt von einer täglichen oder besser noch stündlichen Nutzung ihres Dienstes zu überzeugen. Darüber hinaus scheinen Verantwortliche selbst nicht verstanden zu haben, wieso Millionen ihren Dienst nutzen.

Twitter hat sich nicht in den Hirnen der Nutzer verankert

Twitter ist kein Konkurrent für Facebook oder eine andere vergleichbare Plattform, stellt Forrester-Analystin Erna Alfred Liousas klar: "Sie müssen ihren Wert für die Kunden erst noch unter Beweis stellen. Warum sollte ich am Tag länger als fünf Minuten auf Twitter verbringen? Was kann Twitter meinem Leben geben? Bringt es überhaupt irgendwas?"

Momente der Hoffnung gab es auf der Bilanzpressekonferenz wenige: Immerhin kennen die meisten Menschen Twitter, man gehört zu den bekanntesten "Brands" weltweit - was die Luft dünn mache, so Noto. Unerfreulicherweise habe man allerdings weniger als 30 Prozent aller potentiellen Anwender von der Nützlichkeit überzeugen können - zumeist Early Adopters und Technik-Freaks.

"Das Produkt ist nach wie vor zu schwer zu nutzen", so Noto. "Wir haben es verfehlt rüberzubringen, warum man Twitter nutzen sollte. Wir haben es nicht geschafft, den Sinn von Twitter zu kommunizieren. Dies ist sowohl ein Problem des Produktes als auch des Marketings."

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