Strategien


IT-Trend Design Thinking

Was 2016 auf die CIO-Agenda gehört

07. Januar 2016
Pascal Matzke ist Country Leader Germany bei Forrester Research.
Die CIO-Redaktion hat wieder Analysten gefragt, was für sie wichtigsten IT-Trends 2016 sind. Pascal Matzke von Forrester antwortet.

Frage 1: Was werden die wichtigsten IT-Trends 2016? Was steht auf der CIO-Agenda?

Wie schon in diesem Jahr, so bleibt auch im kommenden Jahr das Thema "DigitalisierungDigitalisierung" ganz oben auf der CIO-Agenda. Anders als 2015 allerdings werden in 2016 dabei die Unternehmen über die ersten digitalen Leuchttürme hinaus in weitergehende Transformationsprojekte eintreten. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Die immer größere Erwartungshaltung von Kunden, sowie die immer kürzeren Innovationszyklen machen eine grundsätzliche Neuausrichtung der IT-Landschaft und der zugrunde liegenden Steuerungsmechanismen unumgänglich. Die Schere zwischen den unterschiedlichen Veränderungsgeschwindigkeiten bei Produkten und Dienstleistungen und bei der internen IT darf nicht noch weiter auseinander gehen.

CIOs brauchen ein starkes Mandat von oben

CIO-Agenda 2016: Das Thema Digitalisierung steht in der Liste der IT-Trends an erster Stelle.
CIO-Agenda 2016: Das Thema Digitalisierung steht in der Liste der IT-Trends an erster Stelle.
Foto: mariakraynova - shutterstock.com

CIOs, die jetzt nicht beherzt eine umfassende digitale Transformation angehen, werden in 2016 weiter zurückfallen, und ihre Unternehmen langfristig nicht weiter strategisch unterstützen können. Dabei brauchen CIOs aber auch ein starkes Mandat von oben, damit die notwendigen Veränderungen auch die gesamte Wertschöpfungskette in den Unternehmen erfassen können.

WesentlicheIT-TrendsIT-Trends sind, wie auch im Vorjahr, die Themen Big DataBig Data, das Internet der Dinge, sowie Cloud und SaaSSaaS als wesentliche Enabler der neuen digitalen Wertschöpfung. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu IT Trends auf CIO.de Alles zu SaaS auf CIO.de

Frage 2: Was wird der auffälligste, größte Aufsteiger und was der größte Absteiger 2016?

Der größte Aufsteiger unter den Technologie-Trends 2016 im Vergleich zu den Vorjahren ist das "Digital Design", oder auch "Design Thinking". Immer mehr Unternehmen nutzen Design Thinking, um ihre Produkte und Dienstleistungen stärker am Kunden auszurichten. Auch wenn solche Methoden grundsätzlich nicht neu sind, haben doch die meisten CIOs damit in der Vergangenheit keine Berührungspunkte gehabt. In 2016 allerdings wird das Design Thinking die Basis vieler Transformationsprojekte sein, die von CIOs mit orchestriert werden müssen.

Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

Software Defined Infrastructure (SDI) hilft Ihnen IT-Ressourcen kosteneffizienter und flexibler zu nutzen.
Weitere Vorteile und eine Roadmap zur SDI laut IDC erfahren Sie in dieser Studie.

Viele CIOs und CTOs nutzen auch eigene InnovationInnovation Studios oder Labs für eine kollaborative Form des Produktdesigns und der Neuausrichtung von ganzen Geschäftsmodellen. Dafür werden allerdings nicht nur neue Methoden, sondern auch neue Fähigkeiten bei den Mitarbeitern benötigt. In den vergangenen Monaten ist daher auch die Nachfrage nach entsprechend geschultem und digital geprägtem Personal (sogenannten Digital Natives) nochmals stark angestiegen. Alles zu Innovation auf CIO.de

Cloud statt Outsourcing

Weiter im Abwind - wie schon im Vorjahr - ist das Thema IT-Outsourcing. Klassische Outsourcing-Verträge, die über eine Laufzeit von 5 bis 10 Jahren garantierte Kosteneinsparungen von 10 bis 15 Prozent pro Jahr versprechen, sind die große Ausnahme geworden. Auch lassen sich immer weniger Outsourcing-Anbieter auf klassische Verträge mit garantierten Kosteneinsparungen ein, weil das finanzielle Risiko aus Providersicht einfach zu groß geworden ist.

Vielmehr wächst die Nachfrage nach flexiblen Cloud-Lösungen, die inzwischen auch verstärkt lokal aus Deutschland erbracht werden, und die es erlauben, auf kurzfristige Veränderungen in der Nachfrage durch entsprechende Verbrauchsanpassung zu reagieren.

Frage 3: Was wird in den kommenden Jahren der größte Aufsteiger werden? Wird es einen Überraschungsaufsteiger geben?

Vielleicht etwas überraschend in Zeiten von Cloud und SaaS, entwickelt sich allmählich das Thema Softwaredesign und -entwicklung tatsächlich zu einem strategischen Differenzierungsfaktor für Unternehmen. Damit ist allerdings nicht gemeint, die Entwicklung und Implementierung von Individualsoftware für interne Geschäftsprozesse.

Vielmehr gehen Unternehmen wie General Electric, Siemens oder Robert Bosch verstärkt dazu über, eigene Software- und Datenplattformen als Basis für die Orchestrierung von neuen Produkten und Dienstleistungen zu nutzen. Ein wichtiger Aspekt dabei sind die Offenheit dieser Plattformen - etwa durch die Nutzung von Open Source Technologien -, sowie die Vernetzung mit Innovationspartnern und auch Kunden.

Völlig geändertes Kundenverhalten

Getrieben wird dieser Wandel von immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen und einem völlig geändertem Kundenverhalten, welches den Wertbeitrag von Produkten und Dienstleistungen nicht mehr auf der Basis von Performance bemisst, sondern nach den erzielten geschäftlichen Ergebnissen. Die Kontrolle über die relevanten Daten und Softwareökosysteme wird daher zum strategischen Anker für die digitalen Geschäftsmodelle der Zukunft.

CIOs werden in diesem Zusammenhang zwar nicht die Entwicklungen dieser Software- und Datenplattformen anführen. Ihre Aufgabe als Orchestrierer der zugrunden liegenden Infrastruktur und Sicherheitsmechanismen ist jedoch nicht minder strategisch.

Top-10-Liste der wichtigsten Trends 2016

  1. Digitalisierung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen

  2. Digitale Skills - neue Methoden, Prozesse und Personal

  3. Internet-of-Things

  4. Governance und Steuerung des digitalen Wandels

  5. Datensicherheit

  6. Data Services (Datenanalyse und -austausch zwischen Geschäftspartnern)

  7. KonsolidierungKonsolidierung von Altapplikationen und Rechenzentren Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

  8. Service Orchestrierung

  9. Cloud und SaaS Migration

  10. Mobile Lösungen (Apps und Endgeräte)

Alle Vorhersagen von Forrester für 2016 finden Sie hier: Forrester Predictions 2016

Kommentare zum Artikel

Bernhard Weimann

Flexible Modelle bieten wir schon viele Jahre an. Wir binden unsere Kunden nicht mit langen Verträgen sondern mit kurzen Laufzeiten, mit hohem Service und mit attraktiven Konditionen und unser SAP Basis und Betriebs Service wird zu 100 % aus Deutschland erbracht.

bilardo

Habt ihr diesen Artikel mit Google Translate übersetzt? Der strotzt ja nur so vor Rechtschreibfehlern... Glaubwürdigkeit beginnt mit Sprache, Freunde.

microfin

Outsourcing-Verträge der genannten Art sind in der Tat ein Auslaufmodell. Trotzdem wird Outsourcing in absehbarer Zeit nicht generell durch Cloud-Services ersetzt werden können – vielmehr wird es insbesondere bei größeren Unternehmen eine Koexistenz in Form von hybriden Cloud-Ansätzen geben.
Viele Unternehmen haben nicht nur einzelne Dienste outgesourct, sondern ganze Infrastrukturen. Hier zählen dann nicht nur Preis und Verfügbarkeit, sondern insbesondere auch Sicherheit, Datenschutz und die Möglichkeit, eine konsistente Data Governance zu realisieren. Das ist – Stand heute – nur mit internen Services oder mit einem voll gemanagten Outsourcing zu bewerkstelligen. Allerdings werden die Vertragslaufzeiten kürzer, und garantierte Einsparungen treten gegenüber garantierten Innovationen in der Hintergrund.
Branimir Brodnik, microfin Unternehmensberatung GmbH

comments powered by Disqus
Zur Startseite