IT-Standort Deutschland

Was IT-Player, Politik und CIOs für Startups tun sollten

11. April 2014
Dr. Carlo Velten schreibt als Experte zu den Themen Cloud-Platforms und -Developers, Enterprise Cloud Management und Digital Business. Dr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen.
IT-Startups in Deutschland entwickeln sich weniger schnell als in den USA. Positive Beispiele aus dem Gaming-, eCommerce- und Medienumfeld können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Innovationskultur in deutschen IT-Abteilungen darbt. Was sollten IT-Anbieter, Politik und vor allem CIOs also tun?

Startups sind in der neuen digitalen Welt eine sehr wichtige, neue Partnergruppe für die großen IT-Player. Sie stellen die Speerspitze der InnovationInnovation und auch die Partner von morgen dar. Allerdings sind die heutigen Startups nur ein Teil der Unternehmensgründungen. Crisp Research rät MicrosoftMicrosoft, SAPSAP, Salesforce & Co sich zum Thema Startup etwas breiter aufzustellen. Der Blick muss weiter werden. Das Spektrum reicht von Entwicklern an Universitäten über Universitäts-Spin-Offs, über die klassischen Startups bis hin zu Management-Buy-Outs (MBOs) aus etablierten Unternehmen. Alles zu Innovation auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Die Halle 16 auf der CeBIT mit den Startups des Gründerwettbewerbs Code_n.
Die Halle 16 auf der CeBIT mit den Startups des Gründerwettbewerbs Code_n.
Foto: GFT AG

Gerade den universitären Spin-Offs (starke Technologie, Patente) und den MBOs (starkes Management, existierender Marktzugang) sollten die Programme stärker Rechnung tragen. Denn hier ergeben sich meist sehr konkrete Umsatz- und Verwertungsoptionen. Aber auch der Unterstützung von einzelnen Entwicklern und Studenten an Universitäten und Fachhochschulen sollte noch mehr Aufmerksamkeit zuteil werden. Denn hier ist selbst mit schmalem Budget eine große Wirkung zu erzielen, wenn es darum geht, die neue Entwicklergeneration an die eigenen (Cloud)-Plattformen heranzuführen.

Startups & Konzerne: Vertikalisierung und strategische Partnerschaften

Zwar macht die deutsche IT-Startup-Branche Fortschritte, doch im Vergleich mit den USA oder Israel sind die Möglichkeiten und der Einfluss von IT-Innovationen "Made-in-Germany" noch überschaubar. So schaffen es nur wenige Startups aus Deutschland Technologien zu entwickeln, die sich weltweit durchsetzen und vermarkten lassen (zum Beispiel Parstream). Im Bereich der generischen Technologien beziehungsweise horizontalen Lösungen sind uns USA, Israel & Co weit voraus. So dominieren in der Diskussion um Cloud, Platform-as-a-Service oder Hadoop fast ausschließlich US-zentrierte Startups die Diskussion.

Anders verhält es sich mit vertikalisierten beziehungsweise spezialisierten Lösungen (etwa Energie-Management). Gerade im Bereich industrienaher IT-Lösungen sind deutsche IT-Unternehmen und Startups wiederum Weltklasse. So liegt in der engen Kooperation zwischen exportstarken Industrieunternehmen und ihren IT-Innovationspartnern eine enorme Chance für neues Wachstum. Die wichtigste Frage in diesem Kontext lautet: Wie lassen sich erste Erfolge auf Projektbasis in nachhaltige Strukturen und Programme überführen, um als branchenbezogene Best Practices multiplizierbar und global vermarktbar zu sein? Crisp Research sieht hier verschiedene Ansätze, wie etwa den Auf- und Ausbau von IT-zentrierten Corporate-Venturing-Aktivitäten oder die Förderung von Corporate Spin-Offs und Buyouts, um erste Innovationserfolge in neue Geschäftsfelder zu transformieren. Gute Beispiele sind Robert Bosch Venture Capital oder auch Tengelmann Ventures.