Die SOA-Strategie der Software AG

Webmethods war nicht der letzte Kauf

Die Software AG will Webmethods für 546 Millionen Dollar in bar kaufen. Webmethods bietet Software für Integration und Optimierung von Geschäftsprozessen an. Damit will das Darmstädter Unternehmen die SOA-Suite (Service-orientierte Architektur) Crossvision stärken.
Software-Vorstand Peter Kürbick: "Wenn Anwender die Komplexität im Griff haben, steigt auch die Akzeptanz für SOA im Unternehmen."
Software-Vorstand Peter Kürbick: "Wenn Anwender die Komplexität im Griff haben, steigt auch die Akzeptanz für SOA im Unternehmen."

"Mit dem Kauf von Webmethods erweitern wir unsere SOA-Plattform dramatisch. Aber abgeschlossen ist die Suite damit noch nicht", sagt der für Crossvision zuständige Peter Kürpick, Vorstand der Software AG. Die letzte Akquisition sei das noch nicht gewesen. Denn SOA hält er mindestens in den kommenden sechs bis sieben Jahre für ein sehr dynamisches Umfeld. So will die Software AG an einigen Stellen noch nachbessern.

Während die Börse die Ankündigung mit einem Kursanstieg goutierte, wiesen Analysten auch auf Risiken und Hausaufgaben für den Anbieter von System-Software und SOA hin. So muss die Software AG laut Gartner eine Produkt-Roadmap schaffen, um Überschneidungen in eine schlüssige Architektur zu überführen. Außerdem müsse die Software AG den Webmethods-Kunden eine klare Strategie vorstellen, wie es mit der Integrationsplattform "Fabric 7" weiter gehen soll.

"Wenn die Übernahme demnächst genehmigt wird, dann machen schon im dritten Quartal 2007 erste Aussagen über die Roadmap", sagt Kürpick. Die Genehmigung von den Behörden könnte schon in den nächsten sechs Wochen fallen. "Ab Anfang 2008 wird in hoher Detailtiefe zu sehen sein, wie die Produkte aussehen werden", erläutert der Vorstand für Forschung, Entwicklung und Marketing Business Integration. Bei den Produkten handelt es sich vor allem um Crossvision und die Integrationsplattform Fabric 7 von Webmethods.

Kürpick hat bei der weiteren Entwicklung der SOA-Suite vor allem zwei Bereiche im Blick: Zum einen hat die Suite auch dem Kauf noch Grenzen in Bezug in der Modellierung. Zum anderen will er noch das Enterprise Asset Management (EAM) stärken, weil EAM ein vorbereitender Schritt in Richtung SOA ist. "EAM kommt bei Unternehmen gerade dramatisch als Problem hoch", berichtet Kürpick. Und wenn in fünf Jahren auch kritische Prozesse automatisiert über sehr viele Systemen laufen, dann müssen Anwender die Abhängigkeiten durch EAM darstellen können. Nur wenn sie die Komplexität im Griff haben, steige auch die Akzeptanz für SOA im Unternehmen.