Transmediale in Berlin

Zwischen Glanz und Müll der digitalen Welt

10. Januar 2014
Der Glanz der digitalen Welt hat auch seine Schattenseiten. Nach der digitalen Revolution können einstige Schätze des medialen Lebens auf einer wilden Müllkippe in Afrika oder Asien landen.

Die Transmediale in Berlin, ein Festival für Medienkunst und digitale Kultur, erkundet in diesem Jahr, was vom Glanz im postdigitalen Zeitalter übrig ist. Unter dem Motto "Afterglow" will das Kunstfestival vom 29. Januar an fünf Tage lang auf verschiedenen künstlerischen Wegen den Spannungszustand zwischen Befreiung und Elektroschrott aufzeigen.

Das Digitale sei längst Alltag geworden und spiele in allen Bereichen des Lebens eine wesentliche Rolle, sagte Kristoffer Gansing, künstlerischer Leitung des Festivals, am Freitag in Berlin. "Es gibt aber nicht eine, sondern viele digitale Kulturen." Berge von Elektroschrott in Nigeria oder Ghana stünden in absolutem Kontrast zu den Bildern, die wir mit dem Digitalen verbinden. "Es ist nicht nur wichtig, was wir mit dem Digitalen machen, sondern auch, was nach der Verwendung damit passiert."

"Wir versuchen einen dritten Weg zwischen Optimismus und Skeptizismus einzuschlagen und Perspektiven zwischen Müll und Abfall aufzuzeigen", sagte Gansing. "Afterglow" ist das englische Wort für Abendrot. Es bezeichnet aber auch positive wie auch negative Nachwirkungen des Drogenkonsums, betonen die Veranstalter. Die Transmediale widmet sich in diesem Jahr vom 29. Januar bis zum 2. Februar in Berlin dem Thema unter anderem mit Video-Performances, Konferenzen, Workshops und einem zweitägigen Hackathon, in dem sich 70 Künstler mit dem Phänomen auseinandersetzen. In der Ausstellung "Wasteland Poetries" wird der Müll adressiert, der die unerwünschte Nachlassenschaft einer aggressiven Zivilisation sei. (dpa/rs)

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