DIW: Negative Folgen

Angestellte lassen 3 Tage Urlaub verfallen

13.01.2012, von

Das lohnt sich zwar finanziell. Doch wer seinen Urlaub nicht voll ausschöpft, ist unzufriedener mit Gesundheit und Freizeit, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Im Schnitt lassen Arbeitnehmer in Deutschland drei Tage ihres Jahresurlaubs ungenutzt.Vergrößern
Im Schnitt lassen Arbeitnehmer in Deutschland drei Tage ihres Jahresurlaubs ungenutzt.
Foto: MEV Verlag

Rund 37 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland haben den ihnen zustehenden Urlaub im vergangenen Jahr nicht voll in Anspruch genommen. Im Durchschnitt haben Arbeitnehmer in Deutschland etwa zwölf Prozent ihres Urlaubsanspruchs nicht genutzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Arbeitsmarktökonomen Daniel Schnitzlein, die in einem Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erschienen ist.

Der durchschnittliche tarifliche Urlaubsanspruch für Beschäftigte in Deutschland beträgt dreißig Tage. Im Jahr 2009 lag die Zahl der tatsächlich genommenen Urlaubstage für jeden Arbeitnehmer im Durchschnitt um drei Tage unter seinem Urlaubsanspruch. Bei Auszubildenden waren es sogar sieben Tage. Diese Rechnung belegt Schnitzlein mit Daten der Langzeiterhebung Sozio-oekonomisches Panel.

Die Auswertungen zeigen, dass man zumindest finanziell davon profitiert, seinen Urlaubsanspruch nicht vollständig zu nutzen: Wer seinen Urlaub 2009 nicht voll ausgeschöpft hatte, erhielt im Folgejahr einen um 0,39 Euro höheren Stundenlohn als diejenigen, die ihre Urlaubstage komplett aufgebraucht hatten.

Doch abseits von finanziellen Vorteilen wirkt sich der Urlaubsverzicht in anderen Bereich negativ aus: "Wer seinen Urlaub nicht voll ausgeschöpft hat, war im Folgejahr unzufriedener mit seiner Gesundheit und in seiner Freizeit", sagt Studienautor Schnitzlein. Durch die Inanspruchnahme von Urlaubtagen tauscht man Geld und Karriere gegen Freizeit.

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