Nach oben führen, delegieren

3 Tipps, ein besserer Chef zu werden

05.07.2012, von

Talente verlassen Firmen oft nicht wegen zu wenig Geld oder öder Arbeit - sondern wegen schlechter Chefs. Führungsschwach etwa darf ein Vorgesetzter nicht sein.

Teammitglieder beobachten in der Regel sehr genau, ob ihre Führungskraft auch nach oben führen kann oder nicht.Vergrößern
Teammitglieder beobachten in der Regel sehr genau, ob ihre Führungskraft auch nach oben führen kann oder nicht.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

Bereits vor 13 Jahren äußerten zwei Forscher der Managementberatung Gallup die Vermutung, dass Arbeitnehmer eher wegen ihres Chefs als wegen der Arbeit an sich das Unternehmen verlassen. Marcus Buckingham und Curt Coffman haben ihre Beobachtungen im Buch First, Break All the Rules - What the World's Greatest Managers Do Differently veröffentlicht. Ihre These: Nicht die Gehälter, Boni und das Arbeitsumfeld machen den großen Unterschied. Das gewichtigste Bleibeargument für Mitarbeiter sei tatsächlich das Verhältnis zu ihrem Chef, so die beiden Forscher.

"Menschen verlassen ihren Manager, nicht das Unternehmen", lautet ein gern zitierter Satz aus dem Buch von Buckingham und Coffman. Bob Kantor, Coach und IT-Management-Consultant, hat für unsere amerikanische Schwesterpublikation CIO.com drei Tipps für IT-Manager zusammengestellt. Wer sie befolgt, wird zu einem Chef, für den die Mitarbeiter gern arbeiten anstatt sich wegzubewerben, so Kantor.

Manager darf nicht nur Anweisungen seines Chefs befolgen

1. Führungsstärke zeigen: Auch wenn dieser Ratschlag auf der Hand liegt, beobachtet Kantor, dass ein Fünftel der Teilnehmer von IT-Führungskräfte-Coachings damit ihre Probleme haben. Das sei besonders häufig bei Personen der Fall die gerade zur Führungskraft aufgestiegen sind, doch nicht ausschließlich. Oft setzen solche Chefs das Management der Aufgaben im Team mit dem Management des Teams gleich. Dann legen sie ihren Fokus viel zu stark auf das Aufgabenmanagement und schenken ihren Mitarbeitern zu wenig Aufmerksamkeit.

Neu-Manager, so Kantor, definieren ihre Rolle häufig darüber, dass sie aus ihrer Machtposition heraus nach unten ins Team führen. Sie verstehen es hingegen oft noch nicht, ihre Macht einzusetzen, um Manager auf ihrer Hierarchieebene und darüber hinaus zu beeinflussen. Teammitglieder beobachten in der Regel sehr genau, ob ihre Führungskraft auch nach oben führen kann und entscheiden schnell, ob sie wirklich führt oder nur die Anweisungen ihres eigenen Chefs befolgt. Vermissen Angestellte bei ihrem Vorgesetzten wichtige Entscheidungen, kann sich schnell der Eindruck im Kopf festsetzen, im Team einer schwachen Führungskraft zu arbeiten.

Andreas Hoffmann - 05.07.2012 14:57
Guter Artikel! Nur in einem Punkt würde ich Kantor widersprechen. "Erlauben Manager Angestellten auf Kosten der erfolgreicheren Teammitglieder eine schlechtere Leistung, sinkt nach Ansicht von Kantor die Bereitschaft der Mitarbeiter, für einen solchen Chef zu arbeiten." Wenn alle gleich gut wären, hätte man ja die absolute Elite zusammenbekommen. Das ist realitätsfern. Ich würde eher sagen, dass es immer besonders Ehrgeizige gibt, die genau davon zehren, dass sie besser sind als andere (z.B. Meinungsführer). Umgekehrt wäre es unsozial Mitarbeiter zu kritisieren, weil sie schlicht nicht das enorme Potenzial haben. Diese funktionieren doch erheblich besser, wenn man sie aufmuntert und mitnimmt. Sozial eingestellte "Leader" im Team akzeptieren das.
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