Attacken verdreifacht

Angriff auf virtualisierte Infrastrukturen

24.08.2010, von Werner Kurzlechner

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Das Surfen in virtualisierten Umwelten und über mobile Endgeräte ist auch eine Einladung an Kriminelle, neue Methoden des Datenklaus zu versuchen. Die Hacker lassen sich da nicht lange bitten. SonicWall registriert in diesem Jahr einen explosionsartigen Anstieg der Attacken.

Die Angriffe kommen derzeit vor allem übers Web. Das zeigt diese Übersicht von SonicWall.Vergrößern
Die Angriffe kommen derzeit vor allem übers Web. Das zeigt diese Übersicht von SonicWall.

Der Boom von Virtualisierung, Cloud Computing, mobiler Kommunikation und sozialen Netzwerken in den Unternehmen auf der ganzen Welt zieht erkennbare Schatten nach sich. Hacker und Cyber-Kriminelle versuchen wieder verstärkt, die durch diese Fortschritte anfälliger gewordenen IT-Systeme zu treffen. Im ersten Halbjahr 2010 registrierte der Securtiy-Anbieter SonicWall 180 Millionen Malware-Attacken - eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr.

Die Flanke steht vor allem durch virtualisierte Infrastrukturen und Cloud Computing weit offen. Massiv zielen die Angriffe auf Finanzdaten und persönliche Informationen, die über web-basierende Daten und Anwendungen zum Teil unzureichend geschützt sind. 45 Prozent der Attacken sind mittlerweile web-basiert. Ziemlich untertrieben erscheint die Einschätzung von SonicWall, diese Angriffsarten stellten "auch weiterhin eine massive Bedrohung" dar. Mehr denn je klingt angebrachter, denn 2009 lag der Anteil dieser Attacken an der Gesamtmasse bei lediglich vier Prozent.

Die Methoden der Angreifer sind perfide und umso raffinierter, je schneller sich die IT in den Unternehmen entwickelt. Die breit gefächerte Palette reicht von Phishing und Identitätsverschleierung über Würmer und Viren bis hin zu Anschlägen auf Netzwerkserver. Und die Bedrohung ist allgegenwärtig: "Jeden Tag schützen wir Unternehmen weltweit vor mehr als drei Millionen Malware-Attacken, 400 Millionen Eindringlingen und 400 Millionen Spam-Mails", berichtet Sven Janssen, Deutschland-Chef von SonicWall.

Die jährliche Bedrohungsanalyse des Anbieters für den Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 zeigt neben dem Zuwachs insgesamt und der Explosion bei web-basierten Attacken weitere drastische Verschiebungen. Naturgemäß gibt es in einer relativen Betrachtung auch positive Entwicklungen. Das File Transfer Protocol als Netzwerkprotokoll zur Übertragung von Dateien über IP-Netzwerke etwa ist aus dem Fokus der Kriminellen offenbar verschwunden. 2009 zielten darauf noch geschlagene 81 Prozent aller Angriffe ab. Im ersten Halbjahr 2010 schnellte dieser Bereich auf drei Prozent herunter.

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