Artikel zum Thema "IT-Projekte" im IDG-Netzwerk
CIOs werden in diesem Jahr viele strategisch bedeutsame und langfristige IT-Projekte bestenfalls als "Work in Progress" betreiben können. Der Grund: Sie müssen kurzfristig angesetzte taktische IT-Vorhaben vorziehen, von denen sich die Business-Seite mehr Agilität und schnellere Reaktionszeiten verspricht. Diese Ansicht vertritt das US-Beratungshaus Saugatuck Technology in einem aktuellen Marktbericht. Saugatuck-Berater Alex Bakker zeigt am Beispiel der IT-Initiativen für "Bring your own Device" (BYOD), Datenqualität und Social Networks, welche Hindernisse IT-Chefs speziell bei diesen Themen außerdem im Weg stehen. BYOD zu vielschichtig und komplex Erstens: Unternehmen, die BYOD-Projekte durchführen, werden 2013 kaum in der Lage sein, diese auch effektiv abzuschließen. IT-Leiter und -Organisationen stehen dabei vor vielfältigen Herausforderungen. Das reicht von den verschiedenen mobilen Betriebssystemen über die "Self-Service-Natur" mobiler Geräte und Apps bis hin zum Übergang vom technischen Mobile Device Management zu einer integrierten Umgebung für mobile Applikationen inklusive Datenmanagement. Darüber hinaus muss eine BYOD-Strategie dazu führen, dass einerseits die Risiken für den Verlust von Geschäftsdaten, einhergehend mit Geschäftsprozessen, auf einer Vielzahl unterschiedlicher Endgeräte verringert oder eliminiert werden. Gleichzeitig müssen die Maßnahmen so einfach zu implementieren sein, dass Mitarbeiter nicht von zu komplexen Sicherheitsfeatures abgeschreckt werden. Laut Saugatuck werden durch BYOD zwar keine IT-Kosten gesenkt, doch das Engagement der mobilen Nutzer erheblich gesteigert. Schließlich könnten diese mit ihren eigenen, modernen Mobilgeräten arbeiten, statt mit den antiquierten Devices ihres Betriebes. Datenqualität bleibt ein Ärgernis Zweitens: Die Qualität von Geschäftsdaten wird sich, trotz eines kurzen wieder aufflammenden Interesses an diesem Thema, auch 2013 nicht signifikant verbessern. Und das, obwohl die IT-Abteilungen in Unternehmen sich verstärkt um die Optimierung von Stammdaten kümmern, die Aktivitäten in Marketing, Business Intelligence (BI) und Big Data unterstützen sollen, und die Softwarehersteller neue Lösungen für das Master Data Management anbieten. Hauptsächlich werden die Data-Quality-Vorhaben dadurch behindert, dass die Anzahl neuer Datentypen und der Business-User, die mit diesen Daten arbeiten, ständig zunimmt. Dazu zählen Sensor-Daten, unstrukturierte Informationen aus dem Web aber auch Daten aus Steuerungssystemen von Produktionsanlagen. Ebenso steigt die Informationsflut durch eine Vielzahl neuer Datenquellen wie Mobilgeräte, Cloud-Dienste oder Partnernetzwerke. Für Betriebe wird es daher zunehmend schwierig, die extrem ansteigenden Datenmengen in einem Data Warehouse zu sammeln, strukturiert zu speichern und zu verwalten sowie zu analysieren. Kein Wertbeitrag durch Social Media Drittens: Auch Social Media wird 2013 noch kein Bestandteil der Kern-IT-Systeme in Unternehmen sein, obwohl die Projekte in den IT-Organisationen vorankommen. Trotz dieser Fortschritte und erfolgreicher Installationen liefern laut Alex Bakker soziale Unternehmensnetzwerke nach einer initialen Erprobungsphase bisher keinen wirklich messbaren Wertbeitrag für das Business. Außerdem lässt sich deren Return on Investment (RoI) nur schwer kalkulieren. Das gilt insbesondere für Firmen die soziale Netzwerke sehr frühzeitig als "Early Adopters" eingeführt haben. Sobald die Social-Network-Provider für ihre Social-Software-Angebote mehr Programmierschnittstellen (Application Programming Interface, APIs) und vordefinierte Integrationsszenarien in Kern-Applikationen bereitstellen, soll sich dies ändern, meint Alex Bakker.