Karriere-Alternativen

9 vom Aussterben bedrohte IT-Jobs

31. Januar 2014
Von  und Dan Tynan
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
IT-Experten sagen voraus, welche IT-Jobs nicht überstehen werden. Sie nennen zugleich aber auch aussichtsreiche Entwicklungsmöglichkeiten für diese Tätigkeiten.
Was Unternehmen früher reparieren ließen, wird heute häufig ausgetauscht.
Was Unternehmen früher reparieren ließen, wird heute häufig ausgetauscht.
Foto: Photo_Ma - Fotolia.com

Cloud Computing und BYOD sind nur zwei von zahlreichen Entwicklungen, die die Arbeit in IT-Abteilungen umkrempeln. Dan Tynan von unserer amerikanischen Schwesterpublikation Infoworld spricht von einer "neuen Eiszeit in der Unternehmens-IT". Er hat IT-Experten befragt, welche Jobs in den kommenden Jahren aussterben werden und davon ausgehend eine Liste der neun gefährdetsten Stellenprofile zusammengestellt.

1. Vom Aussterben bedroht: der Neinsager

Jahrzehntelang waren die Neinsager in vielen IT-Abteilungen fest verwurzelt. Anfragen von IT-Nutzern wurden mit "Nein" oder einem Verweis auf das zu knappe Budget abgeschmettert. Diese Neinsager sind vermutlich mit dafür verantwortlich, dass Angestellte ihre Daten heimlich auf Dropbox speichern oder ihr iPadiPad mit dem Firmennetzwerk verbinden. Neinsager haben keine Zukunft im Unternehmen, ihre Arbeitgeber merken schon jetzt, dass sie es durch diese Haltung schwer haben, Top-Talente zu rekrutieren und zu halten. Denn diese Talente möchten zum Beispiel ihre iPads nutzen. Neinsager sollten den Wandel akzeptieren, nicht länger zu allem Nein sagen und stattdessen eine Strategie für das Mobile Device Management entwerfen. Alles zu iPad auf CIO.de

2. Vom Aussterben bedroht: der Dino im Rechenzentrum

Die Dinosaurier im RechenzentrumRechenzentrum besitzen umfassende Expertise einer bestimmten Programmiersprache oder einer speziellen Hardware. Bereits heute werden flexiblere Generalisten mit einem breiter gefächerten Wissen bevorzugt. Experten glauben, dass die sogenannten Server Hugger in Zukunft keinen großen Marktwert haben werden. Man muss nicht über jedes Gebiet Bescheid wissen, doch um auch in Zukunft als IT-Experte gefragt zu sein, sollte man sich in mehr als einer Disziplin auskennen, schreibt Dan Tynan. Wer sich bisher nur mit Software beschäftigt hat, sollte sich etwa auch mit Hardware auseinandersetzen und umgekehrt. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

3. Vom Aussterben bedroht: der Reparatur-Experte

Reparatur-Experten waren in vielen Büros ein normaler Anblick. Zickte die Hardware oder machte der Bildschirm Probleme, rief man die Kollegen zu Hilfe. Weil Hardware immer günstiger zu bekommen ist, Mitarbeiter lieber ihre mobilen Geräte benutzen und vieles in die Cloud wandert, werden die Reparatur-Profis schon jetzt viel seltener benötigt. Häufig tauschen Unternehmen Teile lieber komplett aus anstatt sie zu reparieren. Darüber hinaus verliert man durch den Austausch meist deutlich weniger Zeit als durch die Reparatur. Wer als Reparatur-Experte nicht aussterben möchte, sollte sich auf die Wartung von Servern spezialisieren. Wer Hardware-Fehler schnell und zuverlässig diagnostizieren könne, werde noch jahrelang zu tun haben, zitiert Tynan einen Experten.

4. Vom Aussterben bedroht: der System-Administrator

Outsourcing und die Cloud haben die Anzahl der Admins im Unternehmen bereits heute deutlich reduziert. Das Stellenprofil eines Mail-Admins zählen Experten zu den Berufen, die wahrscheinlich bald aussterben werden. Denn gerade das E-Mail-Management wandert in vielen Firmen in die Cloud. Kenner weisen auch darauf hin, dass zwischen Admin-Tätigkeiten in einem kleineren Unternehmen und einem vergleichbaren Job in einem Konzern Welten liegen. Wer als Admin zukunftsfähig bleiben möchte, dem raten Experten sich zum Beispiel auf die gefragteren Bereiche IT-Sicherheit und Datenanalyse zu spezialisieren.

Zertifikate allein reichen nicht aus

5. Vom Aussterben bedroht: der Zertifikate-Sammler

Der Zertifikate-Sammler listet in seinem Lebenslauf so viele Zertifikate auf, dass man sich fragen muss, wann er eigentlich noch Zeit zum Arbeiten findet. Das Zertifikat allein reicht nicht - man muss die zugehörigen praktischen Erfahrungen mitbringen, um sich für eine Position zu empfehlen. Um aus der Masse der Zertifikate-Sammler herauszustechen, könnte man sein Fachwissen zum Beispiel durch Fachartikel oder Präsentationen auf Konferenzen unter Beweis stellen. Einen der Gesprächspartner von Tynan beeindruckt es zum Beispiel, wenn IT-Experten eine Programmiersprache wie Python, Ruby oder PHP beherrschen.

6. Vom Aussterben bedroht: der Web-Designer

Vor einigen Jahren gab es sie noch zuhauf, heute sind bereits nur noch wenige Web-Designer übrig. Der gewöhnliche HTML- oder Flashdesigner ist längst nicht mehr gefragt - mit guten Tools und selbst angelesenem Know-how zum Thema Onlinemarketing wird ihre Expertise kaum noch benötigt. Deutlich begehrter sind in diesem Bereich SEO-Experten. Wer als Web-Designer weiter gefragt sein möchte, sollte sich zum SEO-Spezialisten entwickeln, rät ein Experte Dan Tynan.

7. Vom Aussterben bedroht: das Unix-Mammut

Es wäre nicht so, dass Unix-Server die Arbeit nicht erledigen würden, sagt ein IT-Experte gegenüber Dan Tynan. Vom Aussterben bedroht sind sie trotzdem, weil sie durch günstigere Hardware ersetzt werden. Ein IT-Berater rechnet vor: Während man für einen Unix-Server 25.000 US-Dollar bezahlt, kostet ein Linux-System mit vergleichbaren Funktionen nur rund 3.000 US-Dollar. Unix-Experten rät er, sich durch den gezielten Aufbau von Linux-Wissen vor dem Aussterben zu schützen. Wertvolles Wissen wäre dabei zum Beispiel, welche Applikationen sich von Unix auf Linux-Systeme migrieren lassen. Steht die Migration bevor, ist dieses Wissen unverzichtbar.

8. Vom Aussterben bedroht: die Code-Schreiber

Auch Jobs, in denen IT-Spezialisten nur damit beschäftigt sind Code zu schreiben, sind vom Aussterben bedroht. Routinearbeiten in diesem Bereich sind häufig vom OutsourcingOutsourcing betroffen oder werden ganz gestrichen. Auch die Schreiber von Mobile-Code trifft diese Entwicklung. Apps, so Experten gegenüber Tynan, werden meist extern realisiert, nicht in einem unternehmensinternen Mobile-Team. Wer als Code-Schreiber erfolgreich bleiben möchte, sollte in einem größeren Unternehmen mindestens auf dem Level eines Software-Entwicklers arbeiten und seine Arbeit stark an den Bedürfnissen des Unternehmens ausrichten. So ist man auch in den Prozess eingebunden und übernimmt zum Beispiel Aufgaben wie die Qualitätskontrolle. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

9. Vom Aussterben bedroht: die Technokraten

Auch die Tage der Technokraten sind gezählt. Sie können nicht länger IT-Silos aufbauen und Argumente einsetzen, die außer ihnen niemand versteht. Business Manager bitten sie nicht mehr um Erlaubnis, wenn sie neue IT einkaufen und Führungskräfte hinterfragen Anschaffungen und Argumentationen.

Für Technokraten wird es ungemütlich

Brachten angeschaffte Produkte in der Vergangenheit nicht die gewünschte Leistung, wurde noch mehr eingekauft und niemand wusste es besser. Um sich vorm Aussterben zu retten, sollten Technokraten den Dialog mit anderen Abteilungen suchen und sich beispielsweise mit Themen wie Konsolidierung auseinandersetzen.