Hohe Erwartungen

5 IT-Strategien gegen das Kosten-Dilemma

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Laut einer PAC-Logica-Studie müssen öffentliche Verwaltungen einerseits sparen, andererseits den Bürgerservice steigern, um nicht abgewählt zu werden.
Foto: Alterfalter/Fotolia.de

Jedes Land in Europa hat für ihre öffentliche Verwaltung ganz individuelle Transformationsstrategien entwickelt. „IT ist die Klammer, die alle diese Konzepte verbindet“, so Marco Burk vom Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Logica. „Uns hat die Vielzahl der unterschiedlichen Ansätze überrascht, mit denen die öffentliche Hand in Europa IT nutzt, um mehr für weniger zu erreichen.“

Diese Unterschiedlichkeit der verschiedenen Ansätze in Europa ist das Fazit einer Studie zum Wandlungsprozess des öffentlichen Sektors des Beratungshauses Logica mit den Marktforschern Pierre Audoin Consultants (PAC). Im Rahmen der Untersuchung „Transforming Government“ führte PAC im Frühjahr 2011 rund 180 Gespräche mit Vertretern der öffentlichen Hand in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Finnland.

Marco Burk, Sector Head Public bei Logica in Deutschland: "IT ist die Klammer, die alle diese Konzepte verbindet."
Marco Burk, Sector Head Public bei Logica in Deutschland: "IT ist die Klammer, die alle diese Konzepte verbindet."
Foto: Logica

Verwaltungen auf Landes-, regionaler und kommunaler Ebene stehen vor einem Dilemma: Sie sind auf der einen Seite gehalten, die Verschuldung der öffentlichen Hand zu minimieren. Auf der anderen Seite erwarten Bürger von ihnen kontinuierlich mehr Service und quittieren Erfolge dabei über die Wahlurne. „Diese beiden Ziele in Übereinstimmung zu bringen, erfordert vom öffentlichen Sektor eine Technisierung bei der Bereitstellung von Diensten“, sagte Burk. „Die Herausforderung ist in allen Ländern Europas gleich – einzig im grundsätzlichen Weg, das Dilemma aufzulösen, unterscheiden sich die Staaten.“

Die Interviews zeigten, dass jedes Land seine ganz eigene Strategie bei der Umwandlung des Verwaltungsapparats besitzt. Während deutsche Verwaltungen eher auf eine Vereinfachung von Prozessen ausgerichtet sind, sehen ihre Pendants in Großbritannien Lösungswege im Outsourcing hoheitlicher Aufgaben an den privaten Sektor. Schwedische Verwaltungen wiederum setzen bei Transformationsprozessen vor allem auf E-Government-Konzepte wie die landesweite „Digital Agenda“. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Finnland. Hier setzen die kommunale und Landesverwaltungen auf eine Automatisierung von Vorgängen durch IT, um die Servicequalität und -geschwindigkeit zu erhöhen.

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