BCG: Beförderungen intransparent

5 Mythen über Diversity

13. September 2012
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Boston Consulting Group hat sich bei Firmen wie Adidas und Unilever umgehört: Dass zu wenig Frauen aufsteigen, liege an Männernetzwerken - die sich klonen.
Berater wie die Boston Consulting Group und Roland Berger geben zu bedenken, dass sich Unternehmen den Verzicht auf Frauen im Top-Management nicht mehr leisten können.
Berater wie die Boston Consulting Group und Roland Berger geben zu bedenken, dass sich Unternehmen den Verzicht auf Frauen im Top-Management nicht mehr leisten können.
Foto: Fraunhofer IGD

Eine "gläserne Decke" nennt die Boston Consulting Group (BCG) das, was Frauen am Aufstieg an die Firmenspitze hindert. Die Münchener Analysten wollten wissen, woran es denn nun liegt, dass so wenige Frauen im Top-Management vertreten sind. Der Hauptgrund lässt sich salopp zusammenfassen: Die sogenannten Old-boy Networks und ihre männlich-dominierte Firmenkultur blocken Frauen ab.

Für die Studie "Shattering the glass ceiling" hat die BCG 44 internationale Großkonzerne - darunter Adidas und Cisco, Huawei und Unilever - untersucht. Dabei wurden insgesamt 1.700 Menschen befragt. Die Autoren wollen ihre Analyse im größeren Zusammenhang von Diversity verstanden wissen. Unternehmen hätten noch "einen langen Weg vor sich", wenn sie talentierte Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht, Nationalität und Herkunft oder anderen Merkmalen fördern wollen.

Chefs befördern, wer ihnen ähnlich ist

Die BCG hat sich angesehen, wie Unternehmen ihre Stellen besetzen und wer intern welche Aufstiegsmöglichkeiten hat. Die Analysten kommen zu demselben Ergebnis wie beispielsweise ihre Kollegen von Roland Berger: Führungskräfte stellen nicht unbedingt die am besten geeigneten Bewerber ein, sondern solche, die ihnen selbst ähnlich sind.

Dieses Phänomen wird mittlerweile unter dem Stichwort "Self-Cloning" diskutiert. Roland Berger beziffert das Einsparpotenzial, das sich deutsche Unternehmen durch den Verzicht auf Vielfalt bei Einstellungen und Beförderungen entgehen lassen, auf bis zu 21 Milliarden Euro pro Jahr.

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