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Übertragungsnetz-Provider

50Hertz erneuert digitale Infrastruktur

23. August 2016
Angela Recino ist Fachjournalistin in Sankt Augustin. Ihre Schwerpunktthemen sind ICT und Digitale Transformation.
Um für die digitale Zukunft gewappnet zu sein, baut der Berliner Übertragungsnetz-Provider 50Hertz Transmission ein neues Rechenzentrum und stellt sein Sicherheitskonzept für IT- und Telekommunikations-Infrastruktur auf neue Füße. Der TÜV Rheinland treibt das Projekt voran.

Die 50Hertz Transmission GmbH mit Sitz in Berlin betreibt das Höchstspannungsnetz im Norden (im Raum Hamburg) und Osten Deutschlands mit einer Gesamtlänge von knapp 10.000 Kilometern Leitungen. Damit versorgt 50Hertz rund 30 Prozent der Fläche Deutschlands und rund 18 Millionen Menschen mit Strom - und zwar 24 Stunden lang, ohne Unterbrechung.

Als Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz für die Sicherheit des elektrischen Gesamtsystems in seinem Netzgebiet verantwortlich sowie für einen diskriminierungsfreien Netzzugang. Das Unternehmen schafft damit die Voraussetzungen für einen funktionierenden Energiemarkt.

Die Energiewende ist für 50Hertz eine der größten Herausforderungen. Denn in der Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers wird überproportional viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt - rund 49 Prozent des im Netzgebiet verbrauchten Stromes stammte im Jahr 2015 schon aus erneuerbaren Quellen - rund 40 Prozent der im Netzgebiet installierten Leistung resultiert aus Windenergie.

Der Zubau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) findet heute zum allergrößten Teil nicht mehr dort statt, wo der dort produzierte Strom auch verbraucht wird, sondern in dezentralen Anlagen auf dem Land. Im Bereich Windenergie etwa befinden sich viele Wind-Standorte in ländlichen Gebieten Nord- und Ostdeutschlands. Schon heute wird in diesen Regionen mehr Strom erzeugt, als dort verbraucht werden kann. Der Überschuss wird in die Verbrauchszentren in Süd- und Westdeutschland transportiert, wo entsprechender Bedarf besteht. Den Strom aus den entlegeneren Gegenden in die Industriezentren zu transportieren, diese Aufgabe übernimmt das Übertragungsnetz - und das ist digital gesteuert.

Neues RZ mitten in Berlin

Nicht nur weil die bisher auf verschiedene Standorte verteilte 50Hertz-Unternehmenszentrale aus allen Nähten zu platzen drohte, sondern auch weil die dezentrale, erneuerbare Energieversorgung sowie die fortscheitende digitale Transformation ein deutlich erhöhtes Datenaufkommen mit sich bringen, baut der Übertragungsnetzbetreiber im Europaviertel in Berlin derzeit einen neuen Standort auf. Damit steht der Großteil der insgesamt rund 900 Mitarbeiter im Jahr 2016 vor einem Umzug, auch die IT-Infrastruktur wird grundlegend auf den neuesten Stand gebracht.