Cloud Computing


Open Cloud Business Foundation

6 Kriterien für die Open Cloud

14. Dezember 2011
Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.

Dennoch gäbe es auch heute schon Vordenker – hauptsächlich aus der Open Source-Szene – die sich Gedanken darüber machen, wie eine „offene Cloud“ beschaffen sein sollte. So haben etwa Open Cloud Manifesto oder die Open Cloud Initiative konkrete technische Anforderungen und Prinzipien für offene Cloud-Architekturen formuliert. Danach müssen Open Cloud Services folgende Bedingungen erfüllen:

  • alle User- und Metadaten in einem offenen Standard-Format darstellen

  • ihre Funktionalität über offene Standard-Schnittstellen exponieren sowie

  • Eigentums- und Zugriffsrechte für alle verarbeiteten Daten vom Benutzer festlegbar halten.

    Richard Seibt, Vorstand der Open Source Business Foundation, will das Prinzip der Offenheit auch für den Cloud-Markt vorantreiben.
    Richard Seibt, Vorstand der Open Source Business Foundation, will das Prinzip der Offenheit auch für den Cloud-Markt vorantreiben.
    Foto: Open Source Business Foundation

    „Die Anforderungen der vor kurzem gegründeten, technisch orientierten Open Cloud Initiative sind richtig und notwendig, aber aus Sicht der OSBF sind sie nicht hinreichend, weil sie rechtliche und soziale Aspekte nicht berücksichtigen“ erklärt Richard Seibt, Vorstand der OSBF.

Rechtliche und soziale Prinzipien

Deshalb nimmt die OSBF zwar sinngemäß die Forderungen der Open Cloud Initiative auf, geht aber mit der Formulierung weiterer Prinzipien darüber hinaus. Der Kriterienkatalog der OSBF für offene Cloud Services lautet:

  1. Alle User- und Metadaten eines Service werden in einem offenen Standardformat dargestellt.

  2. Die Funktionalität eines Service wird über offene Standard-Schnittstellen exponiert.

  3. Jeder Service-Konsument kann den Service ohne jede Diskriminierung nutzen.

  4. Eigentums- und Zugriffsrechte sind für alle verarbeiteten Daten durch den Benutzer selbst festlegbar.

  5. Der Service-Provider achtet die Rechte an den Daten des Benutzers/Service-Konsumenten, die dieser Benutzer ihm gewährt.

  6. Alle Veränderungen und Erweiterungen von Open Cloud-Services werden mittels geeigneter Prozesse und einer geeigneten Infrastruktur durch eine Community abgestimmt.

„Im Cloud-Markt ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten, wie sie im Software-Markt stattgefunden hat“, sagt OSBF-Vorstand Seibt. In dessen Reifephase werde sich das Prinzip der Offenheit wiederholt durchsetzen und Open Cloud werde zur Commodity. Mit der „Open Cloud Business Initiative“ will die OSBF einen Beitrag leisten, diese Market Adoption der Open Cloud zu beschleunigen.