Public Private Partnership

Alle Worst-Case-Szenarien berücksichtigen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Matthias Kammer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, im Gespräch mit cio.de über Public Private Partnership (PPP).
Matthias Kammer, Vorstandsvorsitzender dataport: "Beiden Partnern sollte an einem fairen Vertragswerk gelegen sein."
Matthias Kammer, Vorstandsvorsitzender dataport: "Beiden Partnern sollte an einem fairen Vertragswerk gelegen sein."

LKW-Maut und Herkules sind die spektakulärsten Fälle von PPP in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland. Wie beurteilen Sie diese Form der Zusammenarbeit zwischen Staat und privaten Unternehmen? Überwiegen hier Ihrer Meinung nach die Chancen oder die Risiken (PPP=„Pleiten, Pech und Pannen“)?

Public Privat Partnerships sind eine verhältnismäßig neue Form der Zusammenarbeit zur Bewältigung von Großprojekten. Für geeignete Aufgabenstellungen werden PPPs künftig zu einem Standard-Vorgehen werden. Die Herausforderung liegt darin, die Kriterien für wirklich geeignete ProjekteProjekte zu entwickeln. Außerdem wird man wohl einige Zeit benötigen, bis sich die Partner öffentliche Hand und Privatwirtschaft auf solch eine Form der Zusammenarbeit eingestellt haben. Bis dahin wird es weiter Tops und Flops geben, wie bei allen anderen neuen Projektformen auch. Alles zu Projekte auf CIO.de

Vor welchen Fallstricken würden Sie die Beteiligten von Public Private Partnerships warnen?

Die Grundlage eines funktionierenden PPPs sind klare vertragliche Regelungen, die die Rechte und Pflichten beider Vertragspartner eindeutig beschreiben. Dabei sollten möglichst alle Eventualitäten und Worst-Case-Scenarien berücksichtigt werden. Bei aller Konsequenz, mit der solche Verträge ausgehandelt werden, sollte beiden Partnern an einem fairen Vertragswerk gelegen sein; jedwedes "Tricksen" am Anfang wird im Projektverlauf zu teilweise massiven Störungen führen.

Gibt es Projekte in Ihrem Verantwortungsbereich, die sich für PPPs besonders anbieten?

Für PPPs sind Projekte mit einer hohen Anfangsinvestition und absehbaren Leistungen über die Vertragslaufzeit besonders geeignet; Hochbauprojekte sind ein typisches Beispiel dafür. In unserem Aufgabengebiet, der Unterstützung der Verwaltungen mit Informationstechnik, ist aufgrund der hohen Innovationsgeschwindigkeit eine verlässliche Leistungsprognose über die Projektlaufzeit kaum möglich. Das erschwert die Vertragsgestaltung.

Denkbar wären PPPs bei bestimmten, längerfristig angelegten Infrastrukturleistungen, wie zum Beispiel dem Ausbau und Betrieb von Datennetzen.