Gartner-Analyse

Amazon Web Services drängt in den Datenbank-Markt

03. November 2015
Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
In den jahrzehntelang festgefügten Datenbank-Markt kommt Bewegung. Laut einer aktuellen Gartner-Analyse schafft es Amazon Web Services (AWS) erstmals unter die Topanbieter. Zugleich stößt Microsoft den Erzrivalen Oracle vom Thron.

Langweilig, statisch, dominiert von den immer gleichen IT-Konzernen: So erschien der Markt für klassische relationale Datenbanken noch vor wenigen Jahren. Mit der wachsenden Akzeptanz von Cloud- undBig-DataBig-Data-Konzepten in der Unternehmens-IT hat sich das Bild gründlich verändert. Das zeigt die aktuelle Gartner-Analyse "Magic Quadrant for Operational Database Management Systems". Von den Platzhirschen müssen dabei vor allem OracleOracle, IBMIBM und SAPSAP Federn lassen, AmazonAmazon Web Services darf sich künftig als einer der "Leader" betrachten. Alles zu Amazon auf CIO.de Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Gartner analysiert in dem Report sowohl kommerzielle als auch Open-Source-Datenbankanbieter aus unterschiedlichen Segmenten. Dazu gehören neben traditionellen relationalen Datenbank-Management-Systemen (RDBMS) auch NoSQL- und In-Memory-Datenbanken. Auch hinsichtlich der Deployment-Modelle ist die Palette breit: Sie reicht von klassischer lizensierter Software über Public-Cloud-Angebote bis hin zu Datenbank-Appliances. Die Analysten untersuchten in diesem Rahmen mehr als 30 Anbieter. Die sehr detaillierte Analyse lässt sich in sechs Kernaussagen zusammenfassen.

1. Microsoft stößt Oracle vom Thron

Zum ersten Mal positioniert Gartner den langjährigen Herausforderer Microsoft vor dem Erzrivalen Oracle im "Leaders"-Quadranten. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem Microsofts Investitionen in seine Data-Plattform, begründen die Analysten ihre Einschätzung. Dazu gehören etwa die NoSQL-Datenbanken "Azure DocumentDB" und "Azure Tables" sowie diverse Cloud-Angebote. Die "hybriden" Fähigkeiten von Microsofts klassischer relationaler Datenbank SQL Server spielten ebenfalls eine Rolle. Das System lässt sich sowohl on premise als auch in der CloudCloud nutzen. Im Vergleich zur Konkurrenz hebt Gartner den produktübergreifenden In-Memory-Ansatz sowie die "Cloud-first"-Strategie des Microsoft-Managements hervor. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Oracle dagegen habe im Cloud-Zeitalter zunehmend Schwierigkeiten, seine führende Position zu behaupten, so Gartner. Die Kunden forderten flexiblere Lizensierungsmodelle, um die Vorteile von Cloud-Konzepten nutzen zu können. Eine wachsende Anzahl von Anwendern sei unzufrieden mit den "drakonischen" Pricing- und Auditing-Praktiken der Ellison-Company. Darüber hinaus fürchteten sie eine wachsende Herstellerabhängigkeit, wenn Appliance-Angebote ("Engineered Systems") wie Oracle Exadata oder SuperCluster eingesetzt würden.

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