Mindmapping

Bunte Striche gegen das Chaos

02. September 2002
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Um schwierige Aufgaben einfacher zu strukturieren und damit besser in den Griff zu bekommen, setzt eine wachsende Zahl von Managern die Methode des Mindmapping ein. Von der Idee bis zur Umsetzung können so Projekte geplant und organisiert werden.

Wenn Helmut Krcmar, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Stuttgart-Hohenheim, an Konferenzen teilnimmt, dann zeichnet er an seinem Laptop bunte Bäume. Was für einige verwirrend und vielleicht auch ein wenig kindisch aussieht, hilft ihm, das Gedankenchaos im Kopf zu ordnen.

Die Methode heißt Mindmapping, entwickelt 1974 vom Briten Tony Buzan. Das Vorgehen: Der Nutzer zeichnet eine Landkarte für den Kopf. Ein Oberbegriff steht in der Mitte, dazu kommen Unterüberschriften in Form von Ästen. Jeder dieser Äste verzweigt sich in neue Unterpunkte. Dabei spielen Bilder und Farben eine wichtige Rolle.

Am Ende der Konferenz staunen die Teilnehmer, denn Krcmar hat die Sitzung an seinem Laptop bereits bestens dokumentiert und bietet an, seine Aufzeichnungen als Protokoll elektronisch an alle Teilnehmer zu versenden. Doch nicht nur Professoren bedienen sich des Verfahrens; in kreativen Branchen wie Verlagen und Agenturen ist es schon lange im Einsatz. Jetzt kommen zahlreiche neue Anhänger aus der Wirtschaft hinzu.

"Die Methode beruht auf hirnbiologischen Erkenntnissen; sie strukturiert das eigene Denken so, wie die beiden Gehirnhälften es brauchen - logisch und kreativ zugleich", erläutert Maria Beyer, die seit zehn Jahren als Mindmapping-Trainerin arbeitet. Die linke Hälfte, für Fakten, Zahlen und Sprache zuständig, werde dadurch ebenso angesprochen wie die rechte, die Gefühle, Farben und Bilder verarbeitet.

Von der Methode zur Software

"Ich wurde damals ausgelacht und nicht verstanden", berichtet die Kielerin, die auch ein Buch zum Thema geschrieben hat, über ihre ersten Erfahrungen mit Mindmapping. Mittlerweile habe es sich jedoch herumgesprochen, so Beyer, dass die Anwender dank des Verfahrens selbst komplexe Sachverhalte schnell und eingängig visualisieren können.

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