Thyssenkrupp Technologies

CIO Röper jetzt auch im Aufsichtsrat

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Olaf Röper ist seit Kurzem einer der wenigen IT-Chefs im Aufsichtsrat eines Unternehmens. Ein Gespräch über Motive, Ziele - und Stolz.
CIO Olaf Röper, Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Technologies: "Das strukturierte Denken eines Informatikers nützt dem Aufsichtsrat. Wir IT-ler haben gelernt, in Prozessen zu denken."
CIO Olaf Röper, Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Technologies: "Das strukturierte Denken eines Informatikers nützt dem Aufsichtsrat. Wir IT-ler haben gelernt, in Prozessen zu denken."

So sehen Pioniere aus: 58 Jahre, graue Schläfen und eine KarriereKarriere in einem der größten deutschen Unternehmen. Olaf Röper jedenfalls ist ein Pionier. Seit Ende 2008 sitzt er als Vertreter der Leitenden Angestellten im Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Technologies. CIOs sind an diesem Platz eine Seltenheit - noch. "Ich glaube, wir kommen gerade", sagt Röper grinsend. Alles zu Karriere auf CIO.de

Er ist Bereichsleiter IT beim Anlagenbauer Uhde, einer Thyssenkrupp-Tochter. Röper betrachtet Informatiker im Aufsichtsrat als Pluspunkt. "Ich bin zwar nicht angetreten, weil ich dachte, hier muss CIO-Denke rein", sagt er. "Aber inzwischen habe ich festgestellt, dass das strukturierte Denken eines IT-lers dem Gremium nutzt." Informatiker hätten gelernt, in Prozessen zu denken. Ein weiterer Vorteil: Die IT kennt alle Bereiche des Unternehmens, und sei es nur rudimentär.

Fakten zum Unternehmen Thyssenkrupp Technologies AG.
Fakten zum Unternehmen Thyssenkrupp Technologies AG.

Formal fungiert der Aufsichtsrat als Überwacher des Vorstands, für bestimmte Vorgänge ist seine Zustimmung erforderlich. Operative Verantwortung hat er nicht. "Wir haben aber die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Themen anzustoßen", erklärt Röper. Gerade weil er alle Unternehmensbereiche gesehen hat, will er den Aufsichtsrat als eine Art Netzwerk nutzen. "Ich bin offen für die Anliegen aller Mitarbeiter", sagt er.

Dabei ist Röper keiner, der den Robin Hood spielt. Ihn reizt es, das Unternehmen mitgestalten zu können. "Daher bin ich seit Jahren Mitglied im Unternehmenssprecher-Ausschuss, der zum Beispiel Boni und Altersversorgungen für Leitende Angestellte verhandelt und aktiv Vorschläge zu wichtigen Unternehmensfragen erarbeitet", erzählt er. "Und als sich die Möglichkeit ergab, das Gleiche eine Ebene höher zu tun, dachte ich mir: Warum nicht?" In einem neun Monate dauernden Verfahren wurde er im Dezember 2008 gewählt.