Die Jury über den "CIO des Jahres 2007"

"CIOs haben ihren eigenen Berufsstand etabliert"

Am Donnertag, den 29. November, wird in München der CIO des Jahres gekürt. In lockerer Folge stellen wir jetzt schon vor, welche Trends, Entwicklungen und Schwächen den Jury-Mitgliedern bei den diesjährigen Kandidaten aufgefallen sind.
Manfred Broy Technische Universität München, Professor für Software und Systems Engineering und Jury-Mitglied bei der Wahl zum "CIO des Jahres".
Manfred Broy Technische Universität München, Professor für Software und Systems Engineering und Jury-Mitglied bei der Wahl zum "CIO des Jahres".

Herr Broy, was ist Ihnen bei den Bewerbungen aufgefallen?

Man sieht sehr deutlich eine Entwicklung hin zu einer Professionalisierung, ja fast Industrialisierung, des Selbstverständnisses des CIOs. Bis vor einigen Jahren gab es weder den Begriff CIO geschweige denn eine genaue Berufsbezeichnung. Das hat sich stark gewandelt.

Das Aufgabenspektrum des CIOs wurde konsolidiert und umfasst nun eine klare Aufgabenbeschreibung. Damit hat sich ein eigener Berufsstand mit einem eigenen Profil entwickelt und etabliert.

Heute sehen CIOs ihre Aufgabe stärker darin, Innovationsthemen anzugehen. Außerdem haben sie erkannt, dass die Verantwortlichen für IT-Infrastruktur und Geschäftsprozesse zusammen gehören.

Auch trennen CIOs stärker Commodity-Themen wie Kosten senken bei Beibehaltung einer Mindestqualität der Infrastruktur von strategischen Fragen etwa zu geschäftskritischen Prozesse. Diese Trennung findet sich in den IT-Strategien der Kandidaten wieder. Über dieses Verständnis sind CIOs auch zu einer ganzheitlichen Sicht gekommen: Technische und geschäftliche Themen gewichten sie mittlerweile gleich.