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CIOs sollen das Social Business retten

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Unternehmen scheitern noch daran, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Deshalb entwirft Forrester den Idealtypus eines Social CIO.

Hinter dem Hype um Social MediaSocial Media steckt Arbeit, und diese hat sich der US-Berater Forrester angesehen. In dem Report "The Social CIO" führen die Berater aus, wie Unternehmen Social IT umsetzen können und welche Rolle der IT-Entscheider dabei spielt. Mit dem Verteilen von ToolsTools und Software ist es nicht getan. Alles zu Social Media auf CIO.de Alles zu Tools auf CIO.de

Glaubt man Forrester, funktioniert die Umstellung auf ein "Social Business" derzeit in vielen Unternehmen nicht. Das liege daran, dass der CIO typischerweise zu wenig Ahnung von den Geschäftsprozessen habe. Das erklärte Ziel jeden Unternehmens - via Social IT schneller auf die Veränderungen am Markt reagieren zu können - lässt sich so nicht erreichen, erklärt Forrester.

3 Aufgaben für den Social CIO

Die Berater kreieren den Idealtypus eines "Social CIO". Auf den warten drei Aufgaben:

  • Social über die Unternehmensgrenzen hinaus konzipieren: Die Nutzung von Social IT endet nicht an den Firmengrenzen. Das heißt: Angestellte tauschen sich mit Partnern, Zulieferern und Kunden aus. Unterstützt die hauseigene IT sie dabei nicht, finden sie eigene Wege. Wer die IT verantwortet, muss diese Dimensionen in puncto Social IT von vornherein mit einplanen.

Der Social CIO konzipiert den Einsatz von Social IT über die Unternehmensgrenzen hinaus, erklärt Forrester.
Der Social CIO konzipiert den Einsatz von Social IT über die Unternehmensgrenzen hinaus, erklärt Forrester.
Foto: Forrester
  • Zugangsberechtigungen und Lizenzmodelle regeln: Nach Beobachtung von Forrester wird das aktuelle Identity ManagementIdentity Management in vielen Unternehmen der Idee eines Social Business nicht gerecht. Das gilt sowohl für die Unternehmenskultur - Stichwort flache Hierarchien - als auch für die Regelung von Zugangsberechtigungen. Das müssen Social CIOs den künftigen Ansprüchen anpassen. Zugriff auf Daten muss haben, wer mit diesen Daten arbeitet, unabhängig von der formalen Hierarchie. Bei der Gelegenheit sollten sich IT-Chefs auch die Lizenzen ansehen. Anbieter wie Salesforce zum Beispiel hätten auf die neue Situation reagiert, lobt Forrester. Alles zu Identity Management auf CIO.de

  • Technologie an den Prozessen ausrichten: Sinn ergibt Social IT nur, wenn sie sich an den Prozessen ausrichtet. IT-Chefs müssen daher zunächst einmal die Workflows der Sachbearbeiter kennen. Dann sollten sie sich mit den Prozess-Eignern zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, welche Tools wie eingesetzt werden.

Was CIOso in Angriff nehmen sollten

Hinter den genannten Aufgaben steht eine Vision eines Social Enterprise, wie Forrester betont. Glaubt man den Beratern, muss der ideale CIO eine solche Vision teilen. Wer wissen will, wo er bei der Transformation seines Unternehmens steht, kann folgende Punkte für sich abklären:

  • Geeignete Pilot-Projekte starten: Forrester berichtet vom IT-Chef eines international tätigen Pharmakonzerns, der die ersten zwei Jahre ausschließlich damit verbracht hat, Pilot-Projekte zu entwickeln und auf den Weg zu bringen.

  • Die Geschäftsführung überzeugen: Der Social CIO muss dafür sorgen, dass die Top-Entscheider im Unternehmen seine Vision eines Social Enterprise unterstützen.

  • Das mittlere Management auf seine Seite bekommen: Mit der Überzeugungsarbeit auf Geschäftsführungs-Ebene ist es noch nicht getan. Denn niemand kann Veränderungen so stark blockieren wie das mittlere Management, hörte Forrester von mehreren seiner Kunden. Diese Ebene darf nicht vernachlässigt werden.

Den Consultants ist bewusst, dass Social IT den CIO und sein Team vor neue Herausforderungen stellt. Das gilt aber für alle Entscheider im Unternehmen, so Forrester weiter. Insbesondere die Mitarbeiter mit dem direkten Draht zu Kunden, Zulieferern und Partnern müssen angehört werden. Ihre Erfahrungen und Bedürfnisse sind maßgeblich.

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