Hochsicherheitshandys

Das können die neuen "Merkel-Phones"

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die kommende Generation an verschlüsselten Smartphones für den Behördeneinsatz demonstriert, dass sich Hochsicherheit und Bedienbarkeit nicht komplett ausschließen müssen.
Bundeskanzlerin Merkel bekam auf ihrem CeBit-Rundgang ein Hochsicherheits-Handy in die Hand gedrückt.
Bundeskanzlerin Merkel bekam auf ihrem CeBit-Rundgang ein Hochsicherheits-Handy in die Hand gedrückt.
Foto: Deutsche Messe

Aktuell fahren die Bundesbehörden, was die Ausstattung mit sicheren mobilen Endgeräte angeht, noch zweigleisig: Für abhörsichere Handy-Telefonate kommt ein Krypto-Handy von Secusmart (Secuvoice) oder ein spezielles Verschlüsselungsgerät von Rohde & Schwarz (TopSec Mobile) zum Einsatz, das per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden wird. T-Systems wiederum stellt in Zusammenarbeit mit Certgate und NCP ein weiteres - nicht Bluetooth-fähiges – und vor allem komplett spaßbefreites, veraltetes Smartphone (SiMKo 2), das den sicheren Zugriff auf Daten wie Kalender, E-Mails, Kontakte oder Aufgaben ermöglicht - in der Presse gerne als „Merkel-Phone“ betitelt.

Damit ausgestattet, wird den behördlichen Geheimnisträgern zwar Kommunikationssicherheit beim Telefonieren und bei der Datenübertragung gewährleistet. Zusammen mit dem privaten Handy müssen sie jedoch insgesamt drei Geräte mit sich herumschleppen – ein Zustand, der in der freien Wirtschaft schon länger bemängelt und mit Konzepten wie ByoD (Bring your own Device) oder – besser- Cope (Corporate owned, privately enabled) ausgehebelt wird. Der Grund: Im Zweifelsfall wird wohl eher das beruflich genutzte als das private Device im Taxi oder Flugzeug vergessen. Außerdem soll vermieden werden, dass Mitarbeiter mangels ausreichender Usability ihr Dienst-Handy links liegen lassen und versuchen, die gewünschten Informationen über unsichere Wege auf ihre eigenen Geräte zu bringen.

Inzwischen hat auch das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums (BMI) die Zeichen der Zeit erkannt und Ende 2012 eine neue Ausschreibung gestartet: Gesucht wurde eine Ein-Geräte-Lösung mit einem privaten und einem sicheren Bereich, das verschlüsselte VoIP-Telefonie per SNS (Sichere Netzübergreifende Sprachkommunikation) und verschlüsselte Daten unterstützt.

Einen ersten Eindruck, wie sich das neue „Merkel-Phone“ anfühlen könnte, verschaffte sich die Bundeskanzlerin bereits Anfang März auf der CeBit in Hannover. Am Stand von Secusmart bekam sie ein angepasstes BlackberryBlackberry Z 10 in die Hand gedrückt, auf dem rückwärtig der Bundesadler und Deutschland-Flagge angebracht war. Neben dem Düsseldorfer Verschlüsselungsspezialisten hat allerdings auch die Telekom-Tochter T-Systems mit Sichere Mobile Kommunikation 3 (SiMKo 3) den Zuschlag für ein neues Behördengerät erhalten. Alles zu Blackberry auf CIO.de

Welche Lösung letztendlich zum Zug kommt - Secusuite for Blackberry 10, SiMKo 3 oder beide - steht noch nicht fest. Der Auftrag wurde nämlich in zwei Losen mit unterschiedlicher Gewichtung ausgeschrieben, wobei gemäß der Historie bei T-Systems die Priorität auf die Absicherung der Daten, bei Secusmart auf die Sicherheit der Telefonie liegt. In einem ersten Schritt müssen sie nun bis Ende Juni für diesen Bereich die Einsatzempfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik BSI (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch VS-NfD) sowie möglichst ein fertig bestellbares Gerät vorweisen, das dann in den nächsten 18 Monaten weiterentwickelt wird. Was die BSI-Zulassung anbelangt, meldet T-Systems bereits Vollzug, bei Secusmart hies es, man werde aller Voraussicht nach bis dahin eine vorläufige Zulassung des BSI für VS-NfD vorweisen. Wichtiger ist auf jeden Fall der 30. Juni 2014, also 18 Monate nach dem Zuschlag für den Rahmenvertrag, bis zu diesem Zeitpunkt muss die Lösung dann komplett fertig sein, müssen beide Prioritäten das Okay des BSI erhalten haben.

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