CIO Auf- und Aussteiger


Neu geschaffene Position

Deutsche Bank befördert Boillat zum CIO

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Group COO Kim Hammonds gibt einige ihrer Aufgaben ab. Auf die neu geschaffene Group CIO-Position wurde Pascal Boillat berufen, bisher IT-Chef und Leiter Operations Corporate & Investment Banking.
Pascal Boillat ist der neue CIO der Deutschen Bank.
Pascal Boillat ist der neue CIO der Deutschen Bank.
Foto: Deutsche Bank

Die Deutsche BankDeutsche Bank hat im März Pascal Boillat (50) zum Group CIO des Konzerns ernannt. Das teilte das Unternehmen mit. Er soll nun die Technologie-Vorhaben der Bank voranbringen. Die neue Funktion sei "ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Bank, ein Technologieunternehmen zu werden", schreibt die Bank in ihrer Mitteilung. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bank

Boillat berichtet weiterhin an Kim Hammonds.
Boillat berichtet weiterhin an Kim Hammonds.
Foto: Deutsche Bank

Von London aus berichtet er weiterhin an Vorstandsmitglied und Group COO Kim Hammonds. Boillat wird Mitglied des Führungsgremiums der COO-Organisation, dem COO Executive Committee, bleiben.

Ende 2015 hatte Hammonds Vorgänger als Chief Operating Officer und Chief Digital Officer Henry Ritchotte den Vorstand der Bank verlassen. Er sollte für die Deutsche Bank eine neue Digitalbank aufbauen, wozu es jedoch nie kam.

Boillat kam 2016 von Fannie Mae

Boillat kam 2016 als IT-Chef und Leiter der internen Abläufe (Operations) für die Unternehmens- und Investmentbank (Corporate & Investment Banking) zur Deutschen Bank. In seiner neuen Rolle ist er nun für die bankweite IT-Strategie verantwortlich. Zusätzlich soll er die Prozesse vereinheitlichen und die digitalen Kompetenzen der Deutschen Bank weiter ausbauen. Zudem soll er weltweit alle Technologiezentren der Bank leiten.

Einfacher und risikoärmer

Boillat werde eng mit den Geschäftsbereichen zusammenarbeiten und die IT der Deutschen Bank weiter modernisieren, damit die Bank einfacher und risikoärmer wird und weiter wachsen kann. Weiterhin werde der neue CIO "aktiv mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um die Kontrollmechanismen der Bank zu stärken", schreibt die Bank.

Vor seinem Eintritt in die Deutsche Bank war Boillat für die internen Abläufe und Technologie (Head of Operations and Technology) beim US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae verantwortlich. Davor kümmerte er sich bei der Citigroup um technologische Lösungen für das institutionelle, das Privatkunden- und das Prime-Brokerage-Geschäft. Einen Abschluss in Elektrotechnik erwarb er an der Technischen Berufsschule Zürich.

IT-Systeme erneuern

"Pascal Boillats IT-Expertise und seine Erfahrung als weltweit Verantwortlicher für Projekte zum Umbau von Technologie und von internen Abläufen werden uns dabei helfen, eine bessere Bank zu werden und unsere IT-Systeme schnell zu erneuern", sagte COO Kim Hammonds in der Stellungnahme.

Bis 2020 will die Deutsche Bank rund 750 Millionen Euro in die Digitalisierung ihres Privat- und Firmenkundengeschäfts investieren.

Postbank wird wohl vollständig integriert

Vor kurzem wurde bekannt, dass die Deutsche Bank die 2008 erworbene Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden nun doch behalten will, wohl weil sie sie keinen Käufer für sie gefunden hat. Sie wird nun vermutlich radikal eingegliedert, befürchten zumindest viele der 19.000 Postbank-Mitarbeiter.

In einem Vergleich mit dem US-Justizministerium um windige Hypothekengeschäfte hatte die Deutsche Bank vor kurzem einer Strafzahlung von 3,1 Milliarden Dollar zugestimmt. Weitere 4,1 Milliarden Dollar legte die Bank für betroffene Kunden zurück.

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