IT und Business haben oft unterschiedliche Vorstellungen

Die knifflige Messung der SOA-Performance

22. April 2008
Von Nicolas Zeitler
Wer in Service-orientierte Architekturen (SOA) investiert, will auch wissen, ob sich der finanzielle Einsatz auszahlt. Doch wie lässt sich feststellen, was ein SOA-Projekt bringt und wie kann bei Bedarf die Performance verbessert werden? Die Abstimmung zwischen den Vorstellungen von IT-Abteilung und der Geschäftswelt ist nicht immer einfach.
In mehr als jedem dritten Unternehmen laufen bereits SOA-Projekte. Die überwiegende Zahl der übrigen plant derartige Initiativen für die kommenden Monate.
In mehr als jedem dritten Unternehmen laufen bereits SOA-Projekte. Die überwiegende Zahl der übrigen plant derartige Initiativen für die kommenden Monate.
Foto: Aberdeen

Ob sie eine Service-orientierte Architektur (SOA) aufbauen möchten oder nicht, steht für viele Firmen heute nicht mehr zur Entscheidung an. Das Konzept wird mittlerweile in vielen Betrieben umgesetzt. Folglich kommen neue Fragen rund um das Thema auf. Vor allem: Erfüllt SOA, was man von ihr erwartet? Sowohl die IT-Leute als auch die betriebswirtschaftlichen Entscheider im Unternehmen wollen anhand verlässlicher Kriterien einschätzen können, was die SOA leistet und ob sich die Investitionen gelohnt haben.

Doch die Vorstellungen vom Begriff der "Performance" klaffen in diesem Zusammenhang häufig auseinander, wie die Marktbeobachter der Aberdeen Group festgestellt haben. Die Fachleute aus der Informationstechnik verstehen darunter demnach nicht selten etwas anderes als die Entscheider auf der Business-Ebene. Das bestätigt auch Peter Fettke vom Institut für Wirtschaftsinformatik am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken. "Die Vorstellungen reichen von nicht-monetären Größen wie Prozessqualität über monetäre Größen wie Verrechnungspreise für Services bis hin zu technischen Größen, etwa der realisierbaren Anzahl der Service-Aufrufe pro Zeiteinheit", erklärt Fettke.

Diese unterschiedlichen Sichtweisen unter einen Hut zu bringen und den Erfolg von SOA-Projekten zu messen, ist nicht immer einfach. So kann laut einer aktuellen Aberdeen-Befragung fast ein Drittel der Firmen nicht sagen, ob die bestehende IT-Infrastruktur die Geschäftsanforderungen erfüllt oder nicht. Welchen Ertrag IT-Investitionen letztlich bringen, lässt sich in den meisten Fällen nicht gänzlich ermessen - schlimmstenfalls ist diese Größe völlig unbekannt.

Trotz dieser fehlenden Informationen gibt die Mehrheit der Unternehmen zu Protokoll, sie seien mit der Performance ihrer SOA-Initiativen zufrieden, häufig überträfe sie sogar die Erwartungen. Nicht nur Betriebe, die von Aberdeen zu den führenden 20 Prozent gezählt werden, geben eine solche Einschätzung ab, sondern auch Firmen, die von den Marktbeobachtern als Mittelmaß klassifiziert oder zu denen gerechnet werden, die der Entwicklung hinterherhinken.

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