Strategien


CIO-Survey von KPMG

Die To-do-Liste für CIOs 2016

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Kundenorientierung und IT-Sicherheit rücken weit nach oben auf der CIO-Agenda. Das ist ein Ergebnis der weltweiten CIO-Studie von KPMG und Harvey Nash.
Wo stehen CIOs 2016 und wohin bewegen sie sich - das untersuchen KPMG und Harvey Nash in einer großangelegten Studie.
Wo stehen CIOs 2016 und wohin bewegen sie sich - das untersuchen KPMG und Harvey Nash in einer großangelegten Studie.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Der erste Eindruck stimmt optimistisch. "The creative CIO" nennen KPMG und Harvey Nash ihre Studie, für die sie mehr als 3300 CIOs und weitere Technologie-Entscheider aus 82 Ländern befragt haben. Das Titelblatt ist mit rosaroten Farbklecksen unterlegt. Ein genauerer Blick in die Studie zeigt jedoch einige Grautöne.

Die Studienautoren haben zunächst abgefragt, wo CIOs in diesem Jahr ihre wichtigsten Arbeitsaufträge sehen. An der Spitze hat sich gegenüber 2015 wenig geändert: Zunächst müssen IT-Chefs zu mehr betrieblicher Effizienz beitragen (57 Prozent der Nennungen) und Geschäftsprozesse verbessern (56 Prozent). Außerdem müssen sie schlicht dafür sorgen, dass die Systeme stabil laufen (51 Prozent) und Kosten sparen (50 Prozent).

Kundenorientierung und IT-Sicherheit

Zwar führen alle diese Punkte die "To-do-Liste" der Befragten schon seit 2013 an. Allerdings verschiebt sich die Gewichtung: Alle Faktoren verzeichnen sinkende Nennungen. Dafür kommt der Punkt Cyber-Security, in diesem Jahr erstmals in der Studie aufgeführt, aus dem Stand auf 41 Prozent der Nennungen.

Die auffälligste Entwicklung zeigt jedoch der Faktor Kundenorientierung, im Wortlaut "Better engagement with customers/prospects". 38 Prozent der CIOs schreiben sich das auf die Fahnen, 2013 waren es noch 33 Prozent. Das ist der einzige Bereich, der neben der erwähnten Cyber SecuritySecurity über die Jahre an Bedeutung gewinnt. Alles zu Security auf CIO.de

CIOs müssen also weiterhin den Betrieb am Laufen halten und auf's Geld achten. Gleichzeitig bewegt sich ihre Arbeit immer mehr aus dem angestammten Bereich heraus, wie die Studienautoren schreiben.

Diese Reise geht natürlich in Richtung DigitalisierungDigitalisierung. 2014 meldeten erst sieben Prozent der Unternehmen einen eigenen Chief Digital Officer (CDO). In der aktuellen Umfrage sind es 19 Prozent. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

KPMG und Harvey Nash wollten wissen, an wen der CDO berichtet. Die Antwort hängt stark vom IT-BudgetIT-Budget ab. In Firmen mit hohem IT-Budget (mehr als 250 Millionen US-Dollar) berichten 32 Prozent der Digitalisierungs-Chefs an den CIO, in Firmen mit wenig Etat (unter 100 Millionen) nur 19 Prozent. Meist berichtet der CDO allerdings an den CEO. Alles zu IT-Budget auf CIO.de

Das ist insofern logisch, als die Verantwortung für die Digitalisierung meist beim Board liegt (37 Prozent). Nur 16 Prozent der Befragten nennen IT, weitere 14 Prozent ein gemischtes Team aus IT- und Marketingentscheidern, neun Prozent das Marketing allein. Immerhin mehr als jeder Zehnte (elf Prozent) erklärt, in seinem Unternehmen sei niemand formal für eine Digitalisierungs-Strategie zuständig.

Investitionen in SaaS, IaaS und PaaS

Ein weiteres Ergebnis der Studie bezieht sich auf Cloud ComputingCloud Computing. Signifikante Investitionen fließen in Software-as-a-Service (31 Prozent), Infrastructure-as-a-Service (25 Prozent) und Plattform-as-a-Service (20 Prozent). Diese Rangfolge wird sich nach Einschätzung der Befragten in den kommenden drei Jahren auch nicht ändern. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Vom Gang in die Cloud versprechen sich CIOs vor allem Agilität (40 Prozent). Schnellere Produktinnovationen stehen mit 34 Prozent an zweiter Stelle vor Kostensenkungen (33 Prozent). Stichwort Agilität: 59 Prozent der Befragten wollen ScrumScrum oder Ähnliches implementieren. Außerdem setzen CIOs auf strategische Partnerschaften (32 Prozent) und DevOps (28 Prozent). Alles zu Scrum auf CIO.de

CIOs sind zufrieden

Die Studienautoren wollten außerdem wissen, wie es um die Karrieren von CIOs und Technologie-Entscheidern steht. 84 Prozent der Befragten sehen sich mit ihrer Rolle "ausgefüllt" oder sogar "sehr ausgefüllt". Rund jeder Dritte (34 Prozent) strich voriges Jahr eine Erhöhung des Grundgehaltes ein.

Jobwechsel auf der To-do-Liste

Dennoch haben 31 Prozent der Befragten in den vergangenen zwei Jahren die Stelle gewechselt. 28 Prozent sind seit zwei bis fünf Jahren in ihrem aktuellen Unternehmen, weitere 20 Prozent seit fünf bis zehn Jahren. Auch der Blick in die nahe Zukunft zeigt Wechselbereitschaft: Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) will das Unternehmen binnen Jahresfrist verlassen. Weitere 54 Prozent planen den Weggang in einem bis fünf Jahren.

Interessant: In einem weltweiten Ranking, wieviel IT-Führungskräfte im vergangenen Jahr ihren Job gewechselt haben, landet Deutschland auf Platz vier mit 20 Prozent. Vor Deutschland liegen Norwegen (21 Prozent), Neuseeland (27 Prozent) und Schweden (28 Prozent).

KPMG und Harvey Nash haben einzelne CIOs gefragt, was sie im Rückblick anders machen würden. Für Katie Docherty, CIO der HSBC Bank Australia Limited, eine klare Sache. "Nichts", sagt sie. Steve Homan, CIO der Daily Mail Group, fällt schon etwas dazu ein: Er würde sich mit Mark Zuckerberg anfreunden.

Kostenloser Download der CIO-Studie

Die CIO-Studie 2016 von KPMG und Harvey Nash git es kostenlos zum Download.

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