Anbieter bewerben Standard für Records Management

Ende Juni kommt Euro-Sox, ob mit oder ohne MoReq

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der 29. Juni sollte im Kalender rot eingekringelt werden, denn zu diesem Termin tritt die EU-Richtlinie 2006/43/EG in Kraft. Zu diesem locker als Euro-Sox bezeichneten Regelwerk hat ein Zusammenschluss von Firmen, Wissenschaftlern und Entwicklern einen Standard namens MoReq2 entwickelt. Für den wird nun eifrig die Werbetrommel gerührt. Bindend ist er aber nicht.

Mit Speck fängt man Mäuse und mit ComplianceCompliance Kunden, scheint so mancher Anbieter zu denken. Hinter dem Kürzel MoReq2 steht der Standard Model Requirements for the Management of Electronic Records. Herausgeber ist ein gemischtes Team diverser Lobbyisten. Alles zu Compliance auf CIO.de

Die Europäische Kommission erklärt, dass MoReq2 für Mitgliedstaaten und Unternehmen unverbindlich ist. Nichtsdestoweniger ist bereits ein entsprechendes Zertifizierungsverfahren für Software-Lösungen auf dem Markt. Bisher allerdings ohne Abnehmer.

Die MoReq-Fraktion argumentiert mit dem verstärkten Druck auf Unternehmen in Sachen Governance und Risk Management. Aktueller Aufhänger: Die Skandale um Siemens oder VW. Sie wären vermeidbar gewesen, hätten die Verantwortlichen nur ihre Dokumentationspflichten nicht so vernachlässigt.

Hier kommt der Begriff Records Management ins Spiel. Records Management soll Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Kontroll-, Transparenz- und Dokumentationspflichten unterstützen.

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